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Achtsam und positiv durchs Leben

1.7.2020 7:34 Uhr

Sehnsuchtsvolle Erinnerungen an vergangene Zeiten und Sorgen um die Zukunft beherrschen gerade das Denken vieler Menschen. Positive Gedanken haben gegen diese harten Gegner oft keine Chance.

Es ist wichtig, auch gerade jetzt, während der uns alle herausfordernden Corona-Krise, in der Gegenwart zu leben, aktiv im Hier und Jetzt zu sein. Der Situation zum Trotz fällt der Zugang zu positiven Emotionen damit leichter. Und auch das Bewusstsein und Verständnis über die persönlichen Möglichkeiten wird klarer.

Sind Sie ganz bei sich?

Geht Ihnen das auch so, Sie lesen in einem Buch, gelangen ans Ende einer Seite und stellen fest, dass Sie sich an gerade einmal die Hälfte des Textes erinnern. Erleben Sie oft, dass Sie zum Einkaufen fahren oder für den Job unterwegs sind und sich am Zielort nicht mehr an die Fahrtstrecke erinnern? Willkommen im Club! Forscher haben herausgefunden, dass die Gedanken zu 47 Prozent unserer Zeit eigenständig werden und auf Wanderschaft gehen. Träumerei kann etwas Schönes sein. Allerdings erleben wir damit fast die Hälfte unseres Lebens nicht bewusst. Wir sind nicht bei uns, nicht achtsam.

Was ist eigentlich Achtsamkeit?

In der Regel wird Achtsamkeit als psychologischer Prozess bezeichnet, mit dem die eigene Aufmerksamkeit auf Geschehnisse des aktuellen Moments gelenkt wird. Das Gefühl von Glück, Erfüllung und Zufriedenheit soll damit angeregt werden. Wie schnell oder leicht sich dieses Gefühl einstellt, hängt von der Fähigkeit des Einzelnen ab, in das eigene emotionale Zentrum zu gehen und von dort aus Verbindungen zu täglichen Routinen und Handlungen herzustellen.

Versuchen Sie, einmal bewusst achtsam zu sein! Schärfen Sie Ihren Fokus für ein paar Minuten auf genau die Dinge, die im Moment um Sie herum geschehen. Nehmen Sie den Moment mit all Ihren Sinnen wahr. Sehen Sie hin, atmen Sie ein, lauschen Sie, schmecken Sie, spüren Sie Wärme oder Kälte auf Ihrer Haut oder einen Gegenstand zwischen Ihren Fingern.

Achtsamkeit bezieht sich aber nicht nur auf die Wahrnehmung der Gegenwart, sondern auch auf die Akzeptanz derselben. Sie sollten eine Situation also nicht bewerten oder beurteilen, es zum Beispiel gut oder schlecht finden, wo Sie sich gerade aufhalten oder wie Sie sich fühlen, sondern es akzeptieren. Schließen Sie Frieden mit jedem Moment. Wenn Sie in diese Wahrnehmung gehen und feststellen, dass Sie verwirrt sind, dann akzeptieren Sie das ebenso sehr wie das Gefühl von Freude. Falls Sie keinen Frieden mit dem Moment schließen, werden Sie durch Ihre gemachten Erfahrungen dazu verleitet, den Moment zu mögen oder zu hassen. Einmal entstandene negative Gefühle können den gesamten Tag oder eine längere Zeit dominieren.

Die folgenden Methoden helfen Ihnen dabei, achtsam zu sein:

Alles zu seiner Zeit

Gestern hielt man Multitasking noch für das Non-plus-ultra zur Stärkung des Gehirns und der Produktivität. Tatsächlich soll es unsere allgemeine Leistungsfähigkeit aber schneller schwächeln lassen. Wir sind gar nicht produktiver, sondern einfach nur vielbeschäftigter und geraten dadurch schneller in einen Erschöpfungszustand. Erledigen Sie besser eine Tätigkeit nach der anderen und konzentrieren Sie sich völlig auf die jeweilig aktuelle Beschäftigung.

Langsam machen

Dazu sind Sie aktuell wohl sowieso gezwungen. Die meisten von uns entschleunigen gerade und nicht wenige wissen das deutlich verlangsamte Leben auch zu schätzen. Die Termine, Pflichten und Erledigungen haben uns verlernen lassen, den Moment zu leben und zu genießen. Einfach mal eine halbe Stunde auf dem Balkon in der Frühlingssonne zu sitzen, wann war das schon möglich? Gleiches galt für ein in Ruhe eingenommenes Mittagessen und viele andere Dinge.

Passen Sie auf Ihre Gedanken auf

Hören Sie öfter mal hin, wenn Ihre innere Stimme Ihnen etwas zu sagen hat. Nehmen Sie sie wahr, aber geben Sie ihr nicht zu viel Gewicht. Glauben Sie nicht jedem Gedanken, der sich zu Wort meldet, aber hinterfragen Sie jeden Gedanken. Woher kommt er und wohin will er mich bringen? Will ich dort sein?

Zeit für nichts

Früher hatten Sie für nichts Zeit. Heute haben Sie Zeit für nichts. Sie haben es verlernt, einmal absolut nichts zu tun, weil Sie immer nur "Los, los!" gehört haben oder ständig schnell dies und das erledigen mussten? Dann probieren Sie das Nichtstun einfach einmal aus. Das unangenehme Gefühl, ein Schuldgefühl, das Sie dabei anfangs vielleicht begleitet, wird immer kleiner, je öfter Sie das Nichtstun praktizieren. Dazu brauchen Sie im Übrigen nicht mehr als einen bequemen Platz. Keine Musik, keinen Film, kein Smartphone oder Ähnliches. Vergessen Sie konsequent alles, das Sie vom Nichtstun ablenkt.

(jk)

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