Symbolbild: epa/STR

Acht Tote bei Kampf mit afghanischem Warlord

16.12.2019 12:33 Uhr

Im Norden Afghanistans sind bei einem Militäreinsatz gegen einen mit der Regierung verbündeten Milizenchef mindestens acht Menschen getötet worden. Der Milizchef Nisamuddin Kaisari sei entkommen, berichtete ein Mitglied des Provinzrates von Balch, Sabihullah Kakar, am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

Kaisari sollte am Wochenende in der Provinzhauptstadt Masar-i-Scharif festgenommen werden. Ihm werden unter anderem illegale Aneignung von Land und das Anwerben Bewaffneter vorgeworfen. Kämpfer Kaisaris stellten sich jedoch dem mitternächtlichen Zugriff entgegen. Der Einsatz der Sicherheitskräfte zog sich den Angaben zufolge über 24 Stunden hin. Milizionäre hätten von Kaisaris Haus aus mit Sturmgewehren und Granaten auf die Belagerer geschossen. Am Ende sei das Haus von der Luftwaffe bombardiert worden. Alle Tote seien Gefolgsleute Kaisaris, sagte Kakar.

Erbitterter Feind der Taliban

Kaisari hatte am Sonntag dem TV-Sender Schamschad gesagt, er werde sich bis zu seinem Tod nicht ergeben. Den Einsatz gegen ihn nannte er eine "politische Verschwörung". Kaisari gilt als erbitterter Feind der Taliban und Gefolgsmann von Vizepräsident Abdul Raschid Dostum.

Bereits vergangenes Jahr war Kaisari nach einem Streit mit afghanischen Sicherheitskräften festgenommen worden. Zuvor hatte er auf einem Sicherheitstreffen gedroht, andere Teilnehmer zu töten. Seine Festnahme hatte damals wochenlange Proteste ausgelöst. Im Dezember 2018 wurde er schließlich unter Auflagen freigelassen.

(an/dpa)

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