dpa

Account von Twitter-Chef Jack Dorsey gehackt

31.8.2019 9:34 Uhr

Erneut wurde das Konto von Twitter-Gründer Jack Dorsey (@jack) von Unbekannten gekapert und mehrere rassistische und antisemitische Tweets verbreitet, darunter auch einen über Deutschland während des Dritten Reichs. Schuld war angeblich der Mobilfunkanbieter.

Twitter teilte in der Nacht zum Samstag mit, dies sei durch einen Fehler bei einem Mobilfunk-Anbieter möglich geworden. Die Tweets wurden über einen Dienst gepostet, bei dem man die Telefon-Nummer mit seinem Account verbinden und per SMS twittern kann. Der Kurznachrichtendienst erklärte entsprechend, es gebe es "keinen Hinweis, dass die Systeme von Twitter kompromittiert wurden".

Von Dorseys Account "@jack" wurden mehrere Tweets an seine mehr als vier Millionen Follower weiterverbreitet, darunter einer, in dem es hieß: "Nazi-Deutschland hat nichts falsch gemacht." Einige Tweets enthielten auch rassistische und antisemitische Inhalte. In einem war von einer Bombe im Twitter-Hauptquartier die Rede. Twitter löschte die Tweets rasch wieder aus Dorseys Timeline.

Zwei-Faktor-Authentifizierung

Dorsey nutzt - wie viele andere Nutzer auch - nach eigenem Bekunden die sogenannte Zwei-Faktor-Authentifizierung, bei der man zur Anmeldung zusätzlich zu Benutzernamen und Passwort auch einen frisch generierten Code eingeben muss. Diese Codes werden aber in vielen Fällen per SMS versandt. Angreifern gelang es schon in der Vergangenheit immer wieder, bei Mobilfunk-Anbietern SIM-Karten mit derselben Telefonnummer zu ergattern und die Codes abzufangen. Mit Hilfe dieser Methode soll eine Hacker-Gruppe 2016 auch Twitter-Accounts mehrerer Tech-Bosse wie Dorsey und Facebook-Chef Mark Zuckerberg gekapert haben.

Auch nicht schlimmer als Trump?

US-Präsident Donald Trump - der mehr als 60 Millionen Follower hat und dessen Tweets internationale Krisen auslösen und Börsen auf Talfahrt schicken können - zeigte sich auf Nachfrage sehr gelassen. "Ich hoffe, dass sie meinen Account nicht hacken. Aber im Grunde, falls sie es machen, dann wissen sie ja auch nicht viel mehr als das, was ich sowieso verbreite", sagte er am Freitagabend (Ortszeit) vor Journalisten im Weißen Haus. "Das wäre nicht so schlimm."

(be/dpa)

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