epa/Najeeb Almahboobi

Abspaltung bei den Separatisten

8.8.2019 23:01 Uhr

Im Jemen ist es in der Hafenstadt Aden am zweiten Tag in Folge zu Gefechten zwischen Separatisten und Unterstützern der Regierung gekommen. Die Kämpfe fanden am Donnerstag in Nähe des Präsidialpalastes und der Zentralbank statt, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen und von Augenzeugen.

In dem Präsidialpalast befinden sich auch Büros der international anerkannten Regierung. Mindestens ein Zivilist sei getötet worden. Am Mittwoch waren bei Gefechten bereits fünf Menschen getötet worden.

Im Jemen kämpft ein von Saudi-Arabien angeführtes Militärbündnis gegen schiitische Huthi-Rebellen. Diese werden vom Iran unterstützt, dem Erzfeind Saudi-Arabiens in der Region. Der seit fünf Jahren laufende Bürgerkrieg hat das Land am Südende der Arabischen Halbinsel in eine der schlimmsten humanitären Krisen weltweit gestürzt. Der UN-Sonderbeauftragte Martin Griffiths warnte, dass eine Eskalation der Gewalt zum Leiden der jemenitischen Bevölkerung beitragen werde.

Bruch zwischen VAE und Saudi-Arabien

Parallel zum gemeinsamen Kampf gegen die Huthis vertiefen sich die Gräben zwischen der Regierung von Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi und den Separatisten des sogenannten südlichen Übergangsrats (STC). Diese wollen einen unabhängigen Staat im Südjemen errichten.

In dem Konflikt deutet sich auch ein zunehmender Bruch der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) mit dem eigentlichen Partner Saudi-Arabien an: Die Emirate unterstützen die Separatisten und wollen die für den Seehandel wichtige Stadt Aden stabilisieren. Die Saudis wollen sich dagegen auf den Nordjemen konzentrieren, von wo aus Huthis immer wieder Ziele jenseits der saudischen Grenze angreifen.

Griffiths ringt seit Monaten um eine politische Lösung des Konflikts zwischen der Regierung und den Huthi-Rebellen. Beide Seiten hatten sich auf eine Waffenruhe für die Hafenstadt Hudaida und einen Truppenabzug geeinigt. Zu einer breiteren Beruhigung des Konflikts führten diese Vereinbarungen aber nicht. Die Separatisten sehen ihre Interessen in den Gesprächen vernachlässigt und drohen nun verstärkt damit, sich vom Nordjemen abzuspalten.

(an/dpa)

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