dpa

Abschiebefrist für unregistrierte Syrer verlängert

21.8.2019 15:37 Uhr

Die Türkei hat die Abschiebefrist für in Istanbul nicht gemeldete syrische Flüchtlinge bis 30. Oktober verlängert. Das teilte Innenminister Suleyman Soylu am Dienstagabend dem Sender Habertürk mit. Zuvor hatte der Istanbuler Gouverneur dort nicht registrierte Syrer dazu aufgefordert, Istanbul bis zum 20. August zu verlassen. Andernfalls würden sie in die Provinz zurückgebracht, in der sie gemeldet sind.

Menschenrechtsorganisationen werfen der Regierung vor, bereits seit der Ankündigung im Juli Syrer abzuschieben, die bisher in der Türkei überhaupt nicht registriert sind - auch in Kriegsgebiete wie das nordsyrische Idlib. Soylu dementierte dies. "Es ist nicht möglich, unregistrierte Syrer auszuweisen", sagte er. Stattdessen bringe man die Flüchtlinge in Lager, registriere sie dort und sende sie dann in die Provinzen, "in die sie gehen wollen". Einige Syrer kehrten freiwillig in ihr Heimatland zurück, fügte er hinzu.

Die Türkei hat nach offiziellen Angaben seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien 2011 rund 3,6 Millionen Geflüchtete aus dem Nachbarland aufgenommen. Sie stehen dort unter temporärem Schutz. Rund 547 000 von ihnen sind nach Angaben des Gouverneursamts in Istanbul registriert. Experten schätzen, dass zusätzlich mehr als 300 000 Syrer in der Wirtschaftsmetropole leben, die in anderen Provinzen registriert sind. Zusätzlich gibt es eine unbekannte Anzahl nicht registrierter Syrer. Viele arbeiten auf dem Bau oder in Restaurants oder betreiben eigene Läden in der Stadt.

(dpa)

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