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Aberglaube in der Türkei: So zeigt sich das Phänomen

2.10.2020 11:26 Uhr

An etwas zu glauben, das nicht nachgewiesen werden kann, ist wohl in keiner Kultur etwas Ungewöhnliches. Ein Aberglauben hat jedoch einen ganz besonderen Beigeschmack, denn er bietet oftmals sehr konkrete Regeln, die wenig Sinn zu ergeben scheinen. Während sich klassische Aberglauben in Ländern wie Deutschland heute nicht mehr so stark durchsetzen, ist der Osten Europas noch deutlich abergläubischer. Wie sich das Phänomen in der Türkei zeigt, haben wir uns genauer angesehen!

Jede Kultur denkt anders

In der westlichen Kultur gibt es einige Aberglauben, die sich fest eingebürgert haben und von denen nur die wenigsten wirklich den Ursprung kennen. Besonders Glücks- und Unglückszahlen kennt heute eigentlich jeder. Die 13 hat dabei die wichtigste Stellung. Sie wird als absoluter Unglücksbringer gesehen. In Kombination mit einem Freitag wird es sogar noch schlimmer – jetzt kann nur noch alles schiefgehen! Am Freitag, den 13. gibt es z. B. kaum Hochzeiten, weil sich die meisten vor dem schlechten Omen, das der Tag mit sich bringen könnte, fürchten. Außerdem wird die 13 im Tourismusbereich oftmals weggelassen, um abergläubische Besucher nicht abzuschrecken. So verzichten einige hohe Hotels vollständig auf einen 13. Stock und gehen direkt von der Nummer 12 in die 14 über. Das mag für manche seltsam erscheinen, tatsächlich gibt es aber einige Gäste, die im 13. Stockwerk nicht übernachten wollen. Auch so manche Fluglinien streichen die 13. Reihe aus ihren Sitzplänen, um Flugängste zu vermeiden. Aber nicht jede Kultur hat dieselbe Verbindung mit der 13. In China gilt z. B. die vier als absoluter Unglücksbringer. Sie wird ebenfalls in manchen Situationen ausgelassen. Die Sieben symbolisiert in der westlichen Welt wiederum ein großes Glück. Ganz oft wird sie für Lottozahlen eingesetzt und ist ein beliebter Termin für besondere Anlässe. Sogar im Glücksspiel hat die Sieben eine besondere Stellung. Bei traditionellen Slots war die dreifache Sieben der Hauptgewinn und wurde heiß ersehnt. Auch heute noch setzen Casino Spiele Hersteller die Zahl in Retroslots ein, um das Flair der alten Automaten aufleben zu lassen. Dabei entstehen Spiele, die extrem gut ankommen. Wer selbst einmal das Glück der Sieben auf die Probe stellen will, findet im Netz eine breite Auswahl an unterschiedlichen Casino Spielen von großen Entwicklern, die eine hervorragende Qualität haben. Aber auch hier gilt: Nicht jede Kultur feiert die Sieben. Für einige asiatische Länder ist es z. B. die Acht, die großes Glück verbreitet, während die 17 in Italien echte Sorgen mit sich bringt.

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Der türkische Aberglauben

In der Türkei gibt es viele verschiedene Theorien dazu, was Glück oder Unglück für Menschen bedeuten könnte. Einige lassen sich noch auf vergangene Zeiten zurückführen, andere wirken für viele völlig unlogisch. Logik spielt im Aberglauben jedoch keine Rolle, außer es dreht sich um Weisheiten, die auf Beobachtungen basieren. Diese werden oftmals als Bauernregeln bezeichnet und bieten z. B. Wetterprognosen anhand des Verhaltens von Tieren. So sagt man in der Türkei z. B., dass es bald richtig kalt wird oder sogar schneit, wenn die Wölfe zu heulen beginnen. Ob das stimmt oder nicht, sei dahingestellt, der Aberglaube basiert wahrscheinlich jedoch auf den ehemaligen Wetterprognosen. Anders sieht es z. B. bei der nächsten Theorie aus: Viele Türken glauben heute noch daran, dass ein Hase auf der Straße Unglück bringen könnte. Wem ein Hase über den Weg hoppelt, der sollte besser direkt umkehren und seine Pläne ändern. Hört man jedoch das Rufen eines Rabens vor der Tür, so kann man sich auf eine überraschende Nachricht gefasst machen. Diese ist nicht immer gut, kann es jedoch sein. Es gibt außerdem immer noch viele Aberglauben rund um das Thema Kochen und Feuer. Besonders zu Zeiten, wo viele noch mit einer Feuerstelle kochten, glaubte man fest daran, dass ein erloschenes Feuer Geister und Feen anlocken würde. Womöglich entstand diese Geschichte daraus, dass es nicht ungefährlich ist, sich in der Nacht an einer dunklen Stelle aufzuhalten und man daher nach dem Erlöschen eines Feuers besser ins Innere gehen sollte. Einen ähnlichen Ursprung könnte auch der folgende Glaubenssatz haben: Wer unter einem Baum einschläft, sollte dabei niemals alleine sein, denn das zieht Unglück an. Das sommerliche Mittagsschläfchen im Freien sollte man also lieber zu zweit abhalten. Außerdem kann laut der türkischen Kultur vieles am eigenen Körper abgelesen werden können. Wenn z. B. die Nase juckt, liegt das daran, dass jemand anderer gerade schlecht über einen spricht. Juckt die rechte Handfläche, so erhält man Geld, bei der linken gibt man Geld aus.

Aberglauben sind immer noch weit verbreitet und ergeben auf den ersten Blick nicht immer Sinn. Das ist allerdings ganz egal, denn hier geht es einfach um das Glauben, nicht um das Erklären. Wirft man einen Blick auf die Statistiken von Versicherungen so wird schnell klar, dass auch am Freitag, den 13. nicht deutlich mehr Unfälle passieren als sonst, trotzdem fürchten sich viele vor dem Datum. Der Aberglauben ist dabei oft stärker, als das logische Hinterfragen – außerdem sind einige der lustigen Glaubenssätze auch ganz charmant!

(Hürriyet.de)

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