Berlusconi muss erneut wegen Zeugenbestechung vor Gericht

16.11.2018 18:15 Uhr Italiens Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi steht ein weiteres Gerichtsverfahren bevor. Dem 82-Jährigen wird vorgeworfen, den Unternehmer Gianpaolo Tarantini mit der Zahlung hoher Summen zu Falschaussagen in einem Callgirl-Prozess bewegt zu haben. Das Gericht im süditalienischen Bari legte am Freitag den Prozessbeginn auf den 4. Februar fest.Tarantini soll in den Jahren 2008 und 2009 dutzende junge Frauen für Berlusconis Partys angeheuert und sie für Sex mit dem Ministerpräsidenten bezahlt haben, um sich Einfluss und lukrative Aufträge zu sichern. Wegen Anstiftung zur Prostitution wurde er in erster Instanz zu acht Jahren Haft verurteilt, sein Berufungsverfahren läuft noch.Berlusconi wiederum soll dem Unternehmer aus Bari laut Staatsanwaltschaft "hunderttausende Euro, juristischen Beistand und einen Job" angeboten haben, damit er während des Prozesses aussagt, dass der Ministerpräsident keine Ahnung von den bezahlten Callgirls gehabt habe. Gegen Berlusconi laufen wegen Zeugenbestechung bereits mehrere Ermittlungen und Verfahren in anderen Städten Italiens. Ihm wird vorgeworfen, sich für Millionen von Euro das Schweigen von Gästen seiner berüchtigten "Bunga Bunga"-Partys erkauft zu haben.Wie schon in anderen Fällen bestreitet der Milliardär nicht die Zahlungen an Tarantini. Vielmehr versichert Berlusconi, er habe mit dem Geld einem Mann und einer Familie helfen wollen, "die in schweren finanziellen Schwierigkeiten steckte und steckt". Berlusconis Anwalt Nicolo Ghedini zeigte sich gegenüber der Zeitung "La Repubblica" von einem raschen Freispruch seines Mandanten überzeugt.(afp-pli)