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70 Türken auf griechischem Kreuzfahrtschiff positiv auf Covid-19 getestet

5.4.2020 21:03 Uhr

Fast 70 türkische Staatsangehörige an Bord eines griechischen Kreuzfahrtschiffs wurden positiv auf das Coronavirus getestet und vor der griechischen Küste an Bord des Schiffes in Behandlung genommen. Das teilte Burak Özügergin, der türkische Botschafter in Athen, der Hürriyet am 5. April mit.

Auf dem Schiff befanden sich nach Angaben des Botschafters insgesamt 151 türkische Staatsangehörige sowie neun Ausländer mit Aufenthaltserlaubnis in der Türkei. Özügergin fügte hinzu, dass diejenigen, die negativ auf das Coronavirus getestet wurden, von den griechischen Behörden von Bord gebracht und isoliert in Hotels untergebracht worden seien. Die Zahl der positiv auf Covid-19 getesteten türkischen Staatsangehörigen liegt nach Angaben griechischer Beamter bei fast 70.

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Am 3. April kündigte Nikos Hardalias, der stellvertretende griechische Minister für Katastrophenschutz, an, dass die positiv getesteten Personen an Bord des Schiffes behandelt würden, während die negativ getesteten Personen isoliert in einem Hotel in Athen untergebracht würden, wo sie in eine 14-tägige Quarantäne durchlaufen würden. Der Schiffsbetreiber hatte zuvor angekündigt, dass 119 Personen an Bord das Virus hätten.

Türken, die negativ getestet und in zwei Hotels in der Stadt untergebracht wurden, werden ebenfalls 14 Tage unter Quarantäne warten und dann in die Türkei evakuiert, sagte Özügergin. Ihre Evakuierung in die Türkei wird von einem Buskonvoi durchgeführt, dessen Fahrer von Komotini in der Region Westthrakien in Griechenland angeheuert werden und deren Sicherheit von der griechischen Polizei garantiert wird, sagte der Botschafter weiter.

Kein Hafen ließ das Kreuzfahrtschiff anlegen

Das griechische Schiff, das Anfang März mit 383 Personen aus dem türkischen Cesme in der westlichen Provinz in See stach, hatte vor der griechischen Stadt Piräus geankert. Das Schiff "Eleftherios Venizelos" fuhr von der Türkei aus nach Spanien, nachdem eine türkische Firma das Schiff zur Beförderung von Arbeitern angemietet hatte. Spanien erlaubte dem Schiff jedoch nicht, nach dem Ausbruch des Virus in seinem Hafen anzulegen. Das Schiff kehrte dann in die Türkei zurück und bat vor etwa zwei Wochen um Erlaubnis, in das Land einreisen zu dürfen.

Die Anfrage der Schiffsführung, sich dem Hafen von Aliaga in Izmir zu nähern, wurde von den türkischen Behörden nicht akzeptiert, die darum baten, dass nur türkische Staatsbürger vor der Küste evakuiert würden. Dies wurde vom Kapitän jedoch nicht akzeptiert, da die Evakuierung einer so großen Kreuzfahrt vor der Küste zu unsicher wäre. Das Schiff fuhr dann weiter zum griechischen Hafen von Piräus. Der Versuch, dort an Land zu gehen, wurde von griechischen Behörden untersagt- Man vermutete, dass sich mit Covid-19 infizierte Personen an Bord befinden würden. Seitdem liegt das Kreuzfahrtschiff im Hafen von Piräus unter Quarantäne.

Neben 151 türkischen Staatsangehörigen und neun ausländischen Passagieren mit Aufenthaltserlaubnis in der Türkei befinden sich 36 Besatzungsmitglieder und 187 Passagiere aus anderen Ländern an Bord des Schiffes.

(ce)

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