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60.000 Babyschildkröten auf dem Weg ins Meer

10.9.2019 12:10 Uhr

Die Strände in Belek zählen zu den dichtesten Brutstätten der vom Aussterben bedrohten Caretta Caretta Meeresschildkröten. In diesem Jahr gruben die Schildkröten rund 2100 Nistplätze, von denen aus rund 80 Prozent auch tatsächlich der Nachwuchs herauskrabbelte. Insgesamt sind in dieser Brutsaison rund 60.000 Baby-Schildkröten ins Wasser gewandert und in die große Freiheit gestartet. Es wird erwartet, dass die Zahl bis Ende September noch auf rund 75.000 steigen wird.

Die kleinen Schildkröten graben sich durch den Sand

Bereits am 20. Mai hatte die Nistzeit der vom Aussterben bedrohten Caretta Carettas an den 30 km langen Strandabschnitten Kundu, Kadriye, Bogazkent und Denizkent der weltbekannten Touristenregion Belek begonnen. Die Ersten Schildkröten schlüpften Mitte Juli.

Es ist das größte Nistgebiet am Mittelmeer und bedarf daher besonderen Schutz. Seit mehr als 20 Jahren treffen sich hier Freiwillige des Ökologischen Forschungsvereins (EKAD), die die Nester nummerieren dafür sorgen, dass die Tiere sicher ins Meer gelangen.

Verzögerter Temperaturanstieg

Der Vorsitzende des Vereins EKAD von der Hacettepe Universität, Dr. Ali Fuat Canbolat, erklärt, dass die letzten Eier im August abgelegt worden seien. Allerdings habe man in diesem Monat mehr als 50 Nester markiert, im Vorjahreszeitraum seien es nur eins bis zwei Nester gewesen. Das liege am verzögerten Sommerstart, die Temperaturen seien später hochgegangen als im letzten Jahr, entsprechend habe sich auch die Zeit der Eierablage verschoben.

Brutzeit 10 Tage länger

"Noch ein Ablauf war in diesem Jahr anders. Normalerweise betrug die Brutzeit 45-50 Tage, dahingegen brauchten die Eier dieses Jahr 55-60 Tage bis zum Schlüpfen, also 10 Tage mehr als sonst. Auch das muss an den kühleren Temperaturen liegen", so Dr. Canbolat. Bei 2.100 Nestern und einer Schlüpfrate von 80 % könne man bis Ende September - wenn die letzte Schildkröte sich aus dem Ei in Richtung Brandung begibt - mit etwa 70.000 - 75.000 Babyschildkröten in 2019 rechnen.

"Dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg wird steinig und schwer"

Weniger tote Tiere

Erfreulich sei der Rückgang der Sterberate bei den ausgewachsenen Tieren. Man habe 5-6 Caretta Carettas an Stränden aufgefunden, die vermutlich von herrenlosen Hunden angegriffen wurden. "Wir haben sie ins Rehabilitationszentrum Iztuzu gebracht. Zwei weitere Tiere waren angeschossen oder mit einem Messer verletzt worden. Das sind verhältnismäßig geringe Zahlen in diesem Jahr", sagte Dr. Canbolat.

Hilfestellung vom Provinzgouverneur

Immer wieder habe es in den letzten Jahren Probleme und Gefahren für die Meeresschildkröten gegeben, die durch den Menschen verursacht wurden. So auch in diesem Jahr, allerdings kam von unerwarteter Seite Hilfe: "Seit 35 Jahren mache ich diese Arbeit und es war das erste Mal, dass ich einen solch‘ naturschützenden Provinzgouverneur erlebt habe. Der Gouverneur von Antalya, Münir Karaoglu, hat eine außerordentliche Sensibilität zum Schutze des Lebensraums der Caretta Carettas gezeigt, dafür bin ich ihm sehr dankbar", betonte Dr. Canbolat seine Dankbarkeit.

(be)

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