Symbolbild: imago images/Andreas Gora

55-Jähriger aus der Türkei abgeschoben in U-Haft

15.11.2019 17:48 Uhr

Bei seiner Einreise nach Deutschland ist ein Mann, den die Türkei abgeschoben hat, festgenommen worden. Der am Donnerstag angekommene 55-Jährige sitze unter anderem wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Betrugs in Untersuchungshaft, teilte die Staatsanwaltschaft Hildesheim am Freitag mit.

Die Türkei hatte für diese Woche die Abschiebung mehrerer Islamisten und mutmaßlicher IS-Anhänger angekündigt, die die deutsche Staatsbürgerschaft oder deutsche Familienangehörige haben. In Berlin landete am Donnerstag eine siebenköpfige deutsch-irakische Familie. Sie wird dem salafistischen Milieu in Hildesheim zugerechnet. Ob es sich bei dem Festgenommenen um den Familienvater handelt, konnte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft nicht sagen.

Falscher Anwalt für Asylrecht

Das Amtsgericht habe bereits im Juni einen Haftbefehl gegen den 55-Jährigen wegen sechs Taten erlassen und diesen im August um sechs weitere Taten ergänzt. Der Mann soll sich gegenüber Asylbewerbern und Flüchtlingen wahrheitswidrig als Anwalt ausgegeben oder behauptet haben, einen Rechtsanwalt vermitteln zu können, um bei Asylverfahren beziehungsweise beim Besorgen deutscher Pässe zu helfen. Er soll dafür eine Gebühr kassiert, aber keine Gegenleistung erbracht haben.

Der Beschuldigte sei Anfang 2019 aus Deutschland ausgereist. Der Haftbefehl im Sommer sei mit dem Haftgrund der Fluchtgefahr erlassen worden, erklärte die Staatsanwaltschaft. Man sei davon ausgegangen, dass er sich mit der Ausreise dem Strafverfahren habe entziehen wollen.

(an/dpa)

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