Symbolbild: epa/Jalil Rezayee

47 Menschen aus Gefängnis der Taliban befreit

11.6.2019 17:52 Uhr

In Afghanistan wurden fast 50 Menschen von Spezialkräften aus zwei Gefängnissen der radikalislamischen Taliban befreit. 34 seien in der Nacht zum Dienstag aus einem Gefängnis der nördlichen Provinz Baghlan befreit worden, weitere 13 in der Provinz Kundus, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministers.

Der Großteil der Gefangenen seien Sicherheitskräfte und Zivilisten gewesen, sagten Provinzräte.

Die Taliban betreiben in Afghanistan vielerorts Gefängnisse. Lokalen Medien zufolge halten sie mehrere Tausend Menschen gefangen, darunter Polizisten und Soldaten, aber auch Zivilisten, denen etwa Spionage für die Regierung vorgeworfen wird.

Präsident will Taliban-Kämpfer freilassen

Zugleich berichtete der TV-Sender ToloNews, dass die Regierung 170 Gefangene aus dem berüchtigten Pul-e-Tscharchi-Gefängnis in Kabul entlassen hat. 130 weitere sollten am Dienstag entlassen werden. Der Präsidentenpalast hatte zum Ende des Fastenmonats Ramadan vergangene Woche angekündigt, innerhalb von zehn Tagen 887 Gefangene freilassen zu wollen. Sie alle seien Taliban-Kämpfer, sagte der Nationale Sicherheitsberater Hamdullah Mohib ToloNews.

Nach einer Mitteilung des Präsidentenpalastes handelt es sich dabei um eine Geste des guten Willens der afghanischen Regierung. Diese versucht, die radikalislamischen Taliban an den Verhandlungstisch zu bringen. Obwohl die Taliban seit Sommer vergangenen Jahres mit den USA Direktgespräche über Frieden führen, weigern sie sich weiterhin, mit der Regierung in Kabul zu sprechen, die sie als Marionette des Westens sehen. Polizisten und Militärs kritisierten die Aktion. "Wir kämpfen jeden Tag gegen die Taliban und fangen sie, damit sie der Präsident dann wieder freilässt", war zu hören.

(an/dpa)