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3500 Frauen dürfen Länderspiel in Teheraner Stadion sehen

10.10.2019 12:49 Uhr

Beim WM-Qualifikationsspiel zwischen Gastgeber Iran und Kambodscha am Donnerstag (15:30 Uhr) haben Frauen zum ersten Mal seit 40 Jahren Zutritt - ein historischer Tag für die Frauenrechte.

Rund 3500 Zuschauerinnen werden im Azadi-Stadion, das Platz für 100.000 Zuschauer bietet, erwartet. Das erste Kartenkontingent war in weniger als einer Stunde ausverkauft, zusätzlich freigegebene Sitze waren auch in kurzer Zeit vergriffen, berichteten staatliche Medien. Für die Begegnung wurden separate Eingänge, eine eigene Tribüne und Toiletten für Frauen eingerichtet. Der Weltverband FIFA hatte die Aufhebung des geltenden Verbots, das Frauen nach Lesart der erzkonservativen Geistlichen vor dem Anblick halbnackter Männer und einem vulgären Umfeld bewahren soll, gefordert.

Diskriminierung verboten

Die Diskriminierung von Frauen ist laut der Statuten des Weltverbandes verboten. Die FIFA hatte als Sanktion mit dem Ausschluss der Nationalmannschaft von allen Wettbewerben gedroht - daraufhin hatte iranische Fußball-Verband FFIRI nachgegeben."Ich kann immer noch nicht glauben, dass das passieren wird", sagte Fußball-Journalistin Raha Poorbakhsh der französischen Nachrichtenagentur AFP: "Nach all den Jahren, in denen ich in diesem Bereich arbeite, in denen ich alles im Fernsehen gesehen habe, kann ich jetzt alles persönlich erleben", sagte Poorbakhsh.

Als Mann verkleidet eingeschmuggelt

Für Entsetzen hatte der Tod der Iranerin Sahar Khodayari gesorgt, die sich selbst in Brand gesetzt hatte. Die 30-Jährige sollte sich am 2. September wegen Störung der öffentlichen Ordnung und Beleidigung der Polizei vor Gericht verantworten. Die Anhörung wurde zwar verschoben, dennoch soll Khodayari bei dem Termin erfahren haben, dass ihr bis zu sechs Monate Haft drohen.Sie hatte im März versucht, bei einem Spiel ihres Lieblingsvereins Esteghlal Teheran in der asiatischen Champions League als Mann verkleidet ins Azadi-Stadion zu gelangen. Als Reaktion auf die drohende Gefängnisstrafe zündete sich Khodayari vor dem Gerichtsgebäude an und erlitt dabei schwere Verbrennungen, denen sie erlag.

(be/afp)

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