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300.000 Menschen in Idlib auf der Flucht

4.6.2019 18:47 Uhr

In der syrischen Rebellehochburg Idlib hat die jüngste Gewalt im Apirl mindestens 300.000 Menschen in die Flucht getrieben. Viele suchten Unterschlupf in völlig überfüllten Camps, sagte ein Sprecher des UN-Welternährungsprogramms (WFP) am Dienstag in Genf.

Er verurteilte Kämpfer, die nach seinen Angaben teils absichtlich Felder mit Gerste, Weizen und Gemüse in Brand steckten. In anderen Gegenden verhinderten ständige Bombardierungen, dass Bauern ihre Felder bestellen oder Ernten einfahren könnten. "Die Zerstörung von Feldern ist inakzeptabel", sagte WFP-Sprecher Herve Verhoosel. Die Nahrungsmittel seien dringend nötig.

3.5 Millionen Menschen brauchen Unterstützung

Das WFP habe in den vergangenen Wochen 200 000 der jüngst Vertriebenen mit Notrationen für jeweils eine Woche versorgt. Zusätzlich plane die Organisation, längerfristig statt wie bisher 700 000 künftig mehr als 820 000 Menschen in der Region mit monatlichen Essensrationen zu versorgen. Insgesamt unterstützt das WFP nach eigenen Angaben 3,5 Millionen Menschen im Monat in Syrien. Drei Viertel der Einwohner seien arm, und viele müssten 80 Prozent ihres Einkommens für Nahrungsmittel ausgeben.

Die Hilfsorganisation Weißhelme hatte vor kurzem von der schlimmsten humanitären Katastrophe im seit acht Jahren andauernden syrischen Bürgerkrieg gesprochen. Oppositionsnahe Gruppen warfen Syriens Regierungstruppen und deren Verbündeten Russland und Iran vor, gezielt lebenswichtige Infrastruktur wie Krankenhäuser zu zerstören.

(an/dpa)