epa/Jawad Jalali

27 Tote bei Anschlag in Kabul

6.3.2020 12:48 Uhr

In der afghanischen Hauptstadt Kabul sind bei einem Angriff auf eine politische Kundgebung mindestens 27 Zivilisten getötet worden. Ein Sprecher des afghanischen Innenministeriums sagte am Freitag, unter den Toten seien Frauen und Kinder.

Bei der Kundgebung handelte es sich um eine jährliche Gedenkveranstaltung für den vor 25 Jahren verstorbenen schiitischen Milizenführer Abdul Ali Masari, an der nach offiziellen Angaben auch Regierungsvertreter teilgenommen hatten.

Nach Angaben des Innenministeriums wurden von einer Baustelle im Westen Kabuls aus Schüsse auf die Kundgebungsteilnehmer abgefeuert. Unter den Teilnehmern der Veranstaltung war demnach auch der afghanische Regierungschef Abdullah Abdullah. Mehrere "ranghohe" Regierungsbeamten seien in Sicherheit gebracht worden.

Erster Anschlag seit historischem Friedensabkommen

Es handelte sich um den ersten schweren Anschlag in Kabul seit dem Abschluss des historischen Friedensabkommens zwischen den USA und den radikalislamischen Taliban Ende Februar. Die Taliban wiesen die Verantwortung für die Attacke jedoch zurück.

Bereits im vergangenen Jahr hatte es einen schweren Angriff auf die Gedenkveranstaltung für Ali Masari gegeben, bei der mindestens elf Menschen getötet worden waren. Damals reklamierte die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) die Attacke für sich.

Das Abkommen von Doha soll den Weg für einen dauerhaften Frieden in Afghanistan und den Abzug der US-Truppen aus dem Land ebnen. Der Text sieht vor, dass die USA über die kommenden Monate ihre Truppenstärke in Afghanistan zunächst von rund 13.000 auf 8600 reduzieren. Im Gegenzug sollen die Taliban Garantien abgeben, dass sie das Terrornetzwerk Al-Kaida und die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) bekämpfen sowie Friedensverhandlungen mit der afghanischen Regierung in Kabul beginnen. Seit der Unterzeichnung des Abkommens gab es allerdings dutzende Taliban-Angriffe.

(an/dpa)

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