epa/Adam Berry

25 Millionen Euro für Ruanda

15.8.2019 20:36 Uhr

Rund 25 Millionen Euro will die Bundesregierung in Ausbildung, Energie und digitale Infrastruktur im ostafrikanischen Ruanda stecken. 25 Jahre nach dem Völkermord sei die Aussöhnung in dem Land eine historische Leistung, sagte Entwicklungsminister Gerd Müller.

«Ruanda hat es darüber hinaus geschafft, wirtschaftlich die Spitze erfolgreicher afrikanischer Staaten anzuführen.» Der CSU-Politiker traf sich am Donnerstag in Kigali unter anderem mit Präsident Paul Kagame. Auf dem weiteren Programm seiner Reise stehen der Kongo und Kenia.

Ruandas bemerkenswerte Entwicklung

Der ostafrikanische Staat sei als Investitionsstandort zunehmend für deutsche Unternehmen als Plattform für Afrika interessant, sagte Müller. Der Autobauer VW etwa eröffnete im vergangenen Jahr in Kigali ein Werk, in dem die Montage von bis zu 5000 Fahrzeugen pro Jahr vorgesehen ist. VW will in Ruanda eine Carsharing-Flotte für Unternehmen und Behörden auf die Straße bringen.

Ruanda wird de facto seit Ende des Völkermords 1994, in dem rund 800 000 Tutsi und gemäßigte Hutu getötet wurden, von Kagame regiert. Unter ihm hat Ruanda eine bemerkenswerte Entwicklung hingelegt: Stabilität, großes Wirtschaftswachstum, sinkende Armut. Doch Kagame wird auch scharf kritisiert. Menschenrechtler prangern an, dass Meinungsfreiheit, Oppositionsarbeit und die Zivilgesellschaft stark eingeschränkt würden. Human Rights Watch zufolge werden kritische Journalisten sowie Bürger immer wieder eingeschüchtert, festgenommen und sogar gefoltert.

(an/dpa)

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