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2019: 2,5 Millionen deutsche Urlauber in Antalya

24.11.2019 10:41 Uhr

Bislang war Mallorca des Deutschen liebstes Urlaubsland. In diesem Jahr hat sich das geändert. Unklar ist, ob die umfassenden Schritte, welche Mallorcas Regierung zur Unterbindung des Sauftourismus eingeleitet hat, und die Thomas-Cook-Pleite mit dieser Entwicklung zu tun haben. Klar ist lediglich: Des Deutschen liebstes Urlaubsland ist in diesem Jahr die Türkei.

Der Urlauber-Boom, den die Türkei im Sommer erlebte, hat sich in den Herbstferien fortgesetzt. Das teilte der Reiseveranstalter TUI mit. Vom Einmarsch der Türkei in Syrien und diversen politischen deutsch-türkischen Debatten lassen sich die Deutschen nicht irritieren. Sie mögen die Türkei wegen der warmen Temperaturen, dem guten Preis-Leistungs-Verhältnis, der Gastfreundschaft und natürlich wegen des guten Essens.

Die Abwechslung wird geschätzt

Das beliebteste Urlaubsziel ist die Provinz Antalya, allerdings nicht nur bei Deutschen. Nach Angaben des dortigen Büros für Kultur und Tourismus kamen zwischen dem 1. Januar und dem 31. Oktober 14,1 Millionen Touristen aus ca. 200 Ländern nach Antalya. Russland schickt die meisten Urlauber. Die Deutschen belegen den zweiten Platz mit in diesem Jahr 2,5 Millionen Urlaubern – zweihunderttausend mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Es wird erwartet, dass bis Jahresende drei Millionen Deutsche in Antalya Urlaub gemacht haben werden.

Antalya lockt wegen der Abwechslung, welche die Region mit seiner Natur, den Stränden und den historischen Stätten bietet. Die luxuriösen, aber vergleichsweise preisgünstigen Hotels bringen einen weiteren Bonus. Die Hoteliers freut der Trend natürlich. Dass wieder mehr Deutsche kommen, ist für die Tourismusbranche sehr wichtig. Der im Jahr 2015 aufgestellte Besucherrekord von 3,2 Millionen Deutschen Urlaubern soll im kommenden Jahr gebrochen werden.

(Bild: imago images / Panthermedia)

Und was denken die Türken über die deutschen Urlauber?

Die politischen Spannungen zwischen Deutschland und der Türkei könnten zu der Annahme führen, dass die Deutschen bei der türkischen Bevölkerung gar nicht so gern gesehen sind. Den einen oder anderen negativen Bericht gab es schließlich auch, z. B. den über einen Hotelier in Ostanatolien, der keine Zimmer an Deutsche vergibt. In den Tourismus-Hotspots muss man jedoch keine Ablehnung befürchten. Im Gegenteil, gerade an der Südküste wünschen sich die Menschen mehr Besucher aus Deutschland. Sie werden geschätzt, weil sie das Land auch in schweren Zeiten als Urlaubsziel ausgewählt haben.

Hoteliers leben vom Tourismus. In Antalya und anderen Badeorten wie Bodrum und Fethiye, aber auch in Istanbul und Kappadokien sind eine große Anzahl der Arbeitsplätze an den Tourismus gekoppelt.

Weil der Tourismus eine so bedeutende Rolle spielt, soll er laut Angaben des türkischen Tourismusministers im gesamten Land auch weiterhin ausgebaut werden.

(jk)

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