dpa

2000 Jahre alte jüdische Siedlung gefunden

4.4.2019 19:21 Uhr

Bei der israelischen Stadt Beerscheva in der Negev-Wüste haben Archäologen einen unglaublichen Fund gemacht. Sie stießen auf die Überreste einer knapp 2000 Jahre alten jüdischen Siedlung. Die Ausgrabungsfläche erstreckt sich laut der israelischen Altertumsbehörde auf 2000 Quadratmetern.

Darunter befand sich auch die Scherbe einer Öllampe, auf der ein jüdischer Kerzenleuchter mit neun Armen zu sehen ist, eine sogenannte Menora. "Das ist wahrscheinlich eine der frühesten künstlerischen Abbildungen eines solch neunarmigen Leuchters, die bisher entdeckt wurde", sagte Peter Fabian, Archäologe an der Ben-Gurion Universität in Beerscheva, am Donnerstag einer Mitteilung zufolge.

Hinweise auf den ersten jüdischen Krieg 70 n.Chr.

Die 2000 Quadratmeter große Ausgrabungsfläche entspricht etwa der Fläche von acht Tennisplätzen. Es handele sich um mehrere Strukturen, "darunter die Grundmauern eines großen Wachturms, (...) antike Abfallgruben und Strukturen im Untergrund, die wahrscheinlich als Mikveh, ein rituelles jüdisches Bad, genutzt wurden", sagte Fabian.

Es gebe zudem Hinweise auf einen Brand, wahrscheinlich im Zusammenhang mit dem ersten jüdischen Krieg etwa 70 Jahre nach Christi Geburt. Der erste jüdische Krieg war der erste von drei jüdischen Aufständen gegen die Römer. Die Forscher vermuten außerdem weitere Tunnel unter der Anlage, möglicherweise aus der Zeit des dritten jüdischen Aufstandes um das Jahr 135 nach Christus. Die Ausgrabungen wurden in Auftrag gegeben, weil am Stadtrand nördlich von Beerscheva ein neues Wohngebiet entstehen soll.

(sis/dpa)