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20 Anklagen im Fall Khashoggi in der Türkei

4.7.2020 13:02 Uhr, von Andreas Neubrand

Die Türkei will die 20 Verdächtigen im Mordfall des Journalisten Jamal Khashoggi aus dem Jahr 2018 vor Gericht stellen. Unter den Verdächtigen sind zwei ehemalige Adjutanten des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman, die am 3. Juli in Abwesenheit angeklagt werden.

Der 59-jährige Kritiker und Kolumnist für die Washington Post wurde am 2. Oktober 2018 in der saudi-arabischen Botschaft in Istanbul getötet. Dort wollte er lediglich Unterlagen für seine Hochzeit mit seiner türkischen Verlobten abholen.

"Absichtlich und monströs getötet und gequält"

Die türkische Staatsanwaltschaft wirft dem stellvertretenden Geheimdienstchef von Saudi-Arabien, Ahmed al Assiri, und dem Berater des königlichen Gerichts, Saud al-Qahtani, vor, die Operation geleitet zu haben.

Achtzehn weitere Verdächtige, darunter der Geheimdienstmitarbeiter Maher Mutreb, wurden beschuldigt, "absichtlich und monströs getötet und gequält zu haben." Im Falle einer Verurteilung erwartet die Angeklagten eine lebenslange Haftstrafe.

Khashoggis Verlobte will am Prozess teilnehmen

Der Prozess in Abwesenheit wird am 3. Juli um 10 Uhr Ortszeit in Istanbul eröffnet. Die Verlobte Khashoggis, Hatice Cengiz, wird an der Verhandlung teilnehmen. Auch die UN-Sonderberichterstatterin Agnes Callamard plant die Verhandlung zu beobachten.

Die türkische Staatsanwaltschaft hat bereits Haftbefehle gegen die saudischen Verdächtige erlassen, die sich nicht in der Türkei befinden.

Khashoggi stand früher dem Königshaus nahe, bis er zu einem seiner schärfsten Kritiker wurde. Im Konsulat wurde er getötet und zerstückelt. Seine Leiche wurde nie gefunden.

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