epa/Murtaja Lateef

19 Tote im Irak

3.10.2019 17:05 Uhr

Mindestens 19 Menschen sind in den vergangenen beiden Tagen im Irak bei Protesten gegen die korrupte Regierung ums Leben gekommen. Mehr als 1000 Menschen seien verletzt worden, teilte die irakische Hohe Menschenrechtskommission am Donnerstag mit.

Unter den Todesopfern in mehreren Provinzen waren demnach 18 Zivilisten sowie ein Mitglied der Sicherheitskräfte. Diese waren seit Dienstag in mehreren Provinzen mit Gewalt gegen die Demonstrationen vorgegangen.

Ausgangssperre verhängt

Ministerpräsident Adel Abdel Mahdi verhängte in der Nacht zum Donnerstag eine Ausgangssperre. In Bagdad waren die Straßen weitgehend leer, wie Augenzeugen berichteten. Einige Demonstranten bahnten sich demnach den Weg auf den Tahrir-Platz, einem der Zentren der Proteste in der Hauptstadt. Medien und Anwohner berichteten, das Internet sei größtenteils unterbrochen.

Die Proteste richten sich gegen die weit verbreitete Korruption, politischen Stillstand und die schlechte Wirtschaftslage. Der Irak gehört zu den ölreichsten Ländern der Welt, leidet aber unter anderem unter einem akuten Strommangel. Die Politik wird zudem durch ein Proporzsystem gelähmt, das die Macht unter den unterschiedlichen religiösen und ethnischen Gruppen verteilt.

(an/dpa)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.