dpa

177 missbrauchte Studenten in USA

18.5.2019 11:55 Uhr

Es ist ein erschreckender Vorwurf, der gegen einen 2005 verstorbenen Uni-Arzt im US-Bundesstaat Ohio im Raum schwebt. Ermittlungen haben ergeben, dass dem toten Arzt wohl 177 Fälle von sexuellem Missbrauch zulast gelegt werden können.

Zwischen 1979 und 1997 sind an einer Universität im US-Staat Ohio mindestens 177 Studenten von einem Doktor sexuell missbraucht worden. Das sei bei zwölf Monate dauernden Ermittlungen herausgefunden worden, teilte die Universität am Freitag mit. Der im Jahr 2005 gestorbene Mann sei als Arzt an der Universität angestellt gewesen. Er kam 1978 als behandelnder Arzt an die Universität und arbeitete dann als Mannschaftsarzt für Leichtathleten.

Erschreckendes Ermittlungsergebnis

Universitäts-Präsident Michael Drake schrieb in einer E-Mail an Studenten und Mitarbeiter: "Die Ergebnisse sind schockierend und schmerzvoll." Einige Angestellte hätten bereits 1979 Vorwürfe gekannt, es seien aber keine Untersuchungen angestrengt worden. Das fundamentale Versagen der Universität, den Missbrauch zu verhindern, sei inakzeptabel.

Die Ermittlung war im April 2018 angekündigt worden. Wenige Monate zuvor war der Mannschaftsarzt der US-Turner, Larry Nassar, wegen Missbrauchs teils minderjähriger Opfer zu bis zu 175 Jahren Haft verurteilt worden. Insgesamt waren Anzeigen hunderter Turnerinnen und ihrer Eltern gegen ihn eingegangen, darunter die Olympiasiegerinnen Alexandra Raisman, McKayla Maroney und Simone Biles.

(ce/dpa)

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