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16.700 Türken mit neuem deutschen Pass

30.5.2019 21:27 Uhr, von Andreas Neubrand

112.300 Menschen haben sich in Deutschland einbürgern lassen. Die größte Gruppe stellten dabei Türken, auf Platz zwei sind – Brexit sei dank – die Briten. Aber auch bei Serben, Syrern und Irakern ist der Pass mit dem Bundesadler beliebt.

Dabei ist die Zahl der eingebürgerten Türken seit 2013 erstmals wieder gestiegen. Insgesamt 16.700 Türken wurden deutsche Staatsbürger – ein Plus um 11,5 Prozent, so Focus Online. Dabei ist die Gesamtzahl der Neubürger konstant geblieben.

Diskriminierung schreckt ab

Doch die Gesamtzahl der Türken, die den deutschen Pass haben, ist immer noch gering. Lediglich 2,19 Prozent der Türken wollen Deutsche werden. Gäbe es die Möglichkeit beide Pässe haben zu können, wären auch mehr Türken bereit Deutsche zu werden. "Vielleicht spielt auch die Entwicklung der Türkei in den letzten Jahren eine Rolle", meint er zu dem Anstieg der Einbürgerungen. Unter manchen Bürgern habe sich da womöglich "eine Art innerer Abkehr entwickelt", so der Rechtsanwalt Sükru Uslucan gegenüber Focus Online.

Der Einbürgerung stehen aber auch oft emotionale und kulturelle Bindungen an das Heimatland im Wege, so der Soziologe Thomas Faist. Aber auch Diskriminierungserfahrungen schrecken viel Türken davon ab, Deutsche zu werden. Dabei gilt generell, dass sich Leute, die gut integriert sind, sich öfter einbürgern lassen als Menschen, die sich mit der Integration schwerer tun. Auch wenn viele das Gefühl haben, trotz des Passes immer noch "der Türke" zu sein. Doch viele lassen sich deswegen nicht beirren, so Uslucan: "Man bekommt ja auch ein gewisses Selbstbewusstsein, weil man sagen kann: Ich bin genauso deutsch wie du. Ich gehör' auch dazu.“