epa/Jacques Collet

150 Vermisste bei Schiffsunglück

17.4.2019 23:54 Uhr

Bei einem schweren Schiffsunglück im Osten Kongos soll es wahrscheinlich Dutzende Tote gegeben haben. Rund 150 Menschen gelten nach dem Kentern eines Bootes auf dem Kivusee als vermisst, wie Präsident Félix-Antoine Tshisekedi auf Twitter mitteilte. Der Staatschef wolle sich in Kürze mit einigen Familien der Unglücksopfer treffen, erklärte sein Büro am Mittwoch.

Rund 40 Menschen konnten den Behörden zufolge gerettet werden, nachdem das Boot am späten Montagabend gekentert war.

Boote ohne Schwimmwesten

Schlechtes Wetter soll eine wichtige Rolle bei dem Unglück gespielt haben. Die genaue Unfallursache wird aber noch untersucht. Präsident Tshisekedi sprach den Angehörigen der Opfer über Twitter sein Beileid aus und kündigte an, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Der Kivusee ist etwa fünf Mal so groß wie der Bodensee und trennt den Kongo von Ruanda. Auf dem See verkehren zahlreiche Passagierboote, die unter anderem die Großstadt Goma am Nordende mit der südlichen Stadt Bukavu verbinden.

Auf den einfachen Booten gibt es in der Regel keine Rettungswesten und die wenigsten Kongolesen können schwimmen. Zudem sind die Schiffe häufig völlig überladen. Auf den Seen und Flüssen des zentralafrikanischen Riesenstaats, in dem es nur wenig Teerstraßen gibt, kommt es daher immer wieder zu tödlichen Unglücken.

(an/dpa)