epa/Deniz Acik

139 Angeklagte wegen Terrorverdacht verurteilt

16.4.2019 19:01 Uhr

Wegen des Verdachts des Terrorismus wurden in Bahrain 139 Angeklagte zu teilweise langen Haftstrafen verurteilt. Fast 70 Verurteilte müssen lebenslänglich ins Gefängnis, wie die bahrainische Staatsanwaltschaft am Dienstag mitteilte. Fast allen wurde zudem die Staatsbürgerschaft entzogen. 30 Angeklagte wurden freigesprochen.

Nach Angaben eines Anwalts handelte es sich um einen der größten Prozesse dieser Art seit Jahren. Die Staatsanwaltschaft hatte den Angeklagten vorgeworfen, eine bahrainische Hisbollah aufbauen zu wollen - nach dem Vorbild der gleichnamigen schiitischen Miliz, die im Libanon aktiv ist. Demnach erhielten die Beschuldigten auch Unterstützung der iranischen Revolutionsgarden.

"Zutiefst unfair"

Die in London ansässige Menschenrechtsorganisation Bahrain-Institut für Rechte und Demokratie (BIRD) verurteilte das Verfahren als "zutiefst unfair". Gegen die Urteile kann Berufung eingelegt werden.

In Bahrain leben mehrheitlich Schiiten, das Land wird jedoch von einem sunnitischen Königshaus regiert. Gegen Proteste während der arabischen Aufstände 2011 ging die Führung des Landes gewaltsam vor. Immer wieder werden Oppositionelle zu Haftstrafen verurteilt. Bahrain ist ein treuer Verbündeter des benachbarten sunnitischen Königreichs Saudi-Arabien, das den Iran als seinen Erzfeind bekämpft.

(an/dpa)