Symbolbild: epa/Oliver Weiken

130 Häftlinge in Ägypten im Hungerstreik

31.7.2019 14:22 Uhr

Nach Angaben von Amnesty International sind in Kairo 130 Gefangene seit sechs Wochen im Hungerstreik. Die Insassen des Tora-Gefängnisses protestierten gegen ihre Haftbedingungen und forderten, dass Besuche ihrer Angehörigen und Anwälte erlaubt würden, teilte Amnesty International am Mittwoch mit.

Aufseher würden versuchen, den Hungerstreik mit Elektroschocks, Schlägen und Isolationshaft zu brechen. Sicherheitskräfte hätten teilweise Tränengas eingesetzt, sagte Amnestys Ägypten-Experte Hussein Baoumi der Deutschen Presse-Agentur.

Die Zustände in dem Hochsicherheitsgefängnis sind nach Darstellung der Londoner Organisation unmenschlich. Gefangene seien in überfüllten und schlecht belüfteten Zellen untergebracht, wo im Sommer Temperaturen über 40 Grad Celsius herrschten. Angemessene ärztliche Betreuung würde ihnen verweigert. Die Mehrzahl der Gefangenen im Hungerstreik sei nach der Festnahme bis zu 155 Tage verschwunden, bevor die Behörden ihre Inhaftierung zugegeben hätten, hieß es.

Angehörige wurden angegriffen

Angehörige könnten die Häftlinge nur wenige Minuten sehen, wenn diese für Befragungen in ein Gebäude der Staatsanwaltschaft gebracht würden. Besuche würden Verwandten verweigert, obwohl diese vorher die schriftliche Genehmigung eingeholt hätten, sagte Baoumi. Angehörige hätten auch berichtet, vor dem Gebäude angegriffen worden zu sein.

Kai Gehring (Grüne), Mitglied im Bundestagsausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe, forderte "schärfsten Protest" der Bundesregierung gegen die genannten Haftbedingungen. Deutschland dürfe den Beziehungen zu Ägypten nicht länger "einen normalen Anstrich verpassen», teilte Gehring mit. «Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte gehören endlich in den Mittelpunkt."

(an/dpa)

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