dpa

124-facher Kindesmissbrauch: Sicherheitsverwahrung für Pfadfinderbetreuer

19.2.2020 17:22 Uhr

Ein ehemaliger Pfadfinderbetreuer soll sich über mehr als acht Jahre lang an vier Jungs im Alter von sieben bis vierzehn Jahren vergangen haben. Ein Gericht sprach ihn nun schuldig - in 124 Fällen. Er wurde zu acht Jahren Gefängnis verurteilt und muss danach in Sicherheitsverwahrung.

An zwei der vier Opfer soll der 42-Jährige zudem insgesamt 18 000 Euro Schmerzensgeld bezahlen. Der ehemalige Leiter einer evangelischen Pfadfindergruppe in Staufen bei Freiburg hatte sich nach Überzeugung des Gerichts von Januar 2010 bis August 2018 an vier Jungen vergangen. Diese waren zum Zeitpunkt der Taten sieben bis vierzehn Jahre alt.

Der frühere Mitarbeiter der evangelischen Kirche habe die Taten vor Gericht unter Ausschluss der Öffentlichkeit gestanden, sagte der Vorsitzende Richter. Er habe sich des Kindesmissbrauchs in 124 Fällen schuldig gemacht. Da von ihm eine Gefahr für die Allgemeinheit ausgehe, sei Sicherungsverwahrung angeordnet worden.

Seit Februar 2019 in U-Haft

Von 1999 bis 2011 war der Kirchenmitarbeiter der Anklage zufolge mit drei Jahren Unterbrechung Gruppenleiter der evangelischen Pfadfindergruppe in Staufen. Dort habe er zwei der Opfer kennengelernt. Zu den beiden anderen Jungen habe er Kontakt über Freizeitaktivitäten sowie auf einem Campingplatz gehabt. Die Polizei hatte den 42 Jahre alten Deutschen Ende Februar 2019 festgenommen. Er sitzt seither in Untersuchungshaft.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die am Prozess Beteiligten können Revision einlegen (Az.: 15 KLs 160 Js 6850/19 - AK 2/19).

(be/dpa)

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