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100 Jahre Weimarer Republik

6.2.2019 19:22 Uhr

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat daran erinnert die historischen Lehren für die heutige Zeit nicht zu vergessen. Anlass war das hunderste Jubiläum der Eröffnung der verfassungsgebenden Nationalversammlung in Weimar.

"Demokratie gelingt oder scheitert nicht auf dem Papier der Verfassung, sondern in der gesellschaftlichen Realität", sagte Steinmeier beim Festakt zum 100. Jubiläum der Reichsverfassung am Mittwoch in Weimar. "Das ist heute kein bisschen anders als vor hundert Jahren."

Frank-Walter Steinmeier zum hundersten Geburtstag der Weimarer Republik (Bild: imago/Karina Hessbach)

Vieles von dem, was damals entstanden sei, lebe heute fort. "Weimars Ideale von Freiheit und Demokratie, Rechts- und Sozialstaatlichkeit sind eben nicht historisch gescheitert, sondern sie sind – zum Glück – fester und wehrhafter eingelassen in das Fundament unseres Grundgesetzes und unserer Republik", sagte Steinmeier.

Angriffe auf die Demokratie nicht hinnehmbar

Niemand dürfe sich heute aber darauf ausruhen. "Solange Parlamente als 'Quatschbuden' verschrien werden, solange politisch Engagierte mit Worten oder sogar mit physischer Gewalt angegriffen werden, solange Menschen den Glauben an den Wert der Demokratie verlieren, können wir uns nicht zurücklehnen", sagte der Bundespräsident.

An dem Festakt im Nationaltheater nahmen neben Steinmeier auch Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble und Kanzlerin Angela Merkel (beide CDU) sowie weitere Repräsentanten von Bund und Ländern teil. Im Deutschen Nationaltheater in Weimar war am 6. Februar 1919 die Nationalversammlung zusammengetreten, die mehr als ein halbes Jahr in der thüringischen Kleinstadt tagte und den Beginn der ersten deutschen Demokratie markierte - der Weimarer Republik. Sie verabschiedete auch die Weimarer Verfassung.

(an/afp)