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1. FC Köln bedankt sich bei islamfeindlichem "Fan" für Kündigung

12.8.2020 12:37 Uhr

Beim Thema Rassismus und Islamfeindlichkeit zeigt der 1. FC Köln eine klare Kante: Der Fußball-Bundesligist hat die Kündigung eines Mitglieds öffentlich gemacht, das sich über die Darstellung der Kölner Moschee auf dem Trikot der "Geißböcke" beschwert hat.

"Diese Kündigung bestätigen wir gern", teilte der Verein auf seinem Twitterkanal mit. Auf dem aktuellen Trikot des Kölner Clubs ist die Skyline von Köln zu sehen. In die Grafik ist neben Dom und Rhein auch eine Moschee eingearbeitet.

Rosa Trikot: Reaktion der Kölner klasse

Das nunmehr aus dem Verein ausgetretene Mitglied begründete die Kündigung laut Vereinsmeldung damit, dass es sich "nicht mit Moslems und Moscheen identifizieren kann" und deshalb aus der "Glaubensgemeinschaft 1. FC Köln" austrete. Die ebenfalls im Kündigungsschreiben enthaltene Vermutung, dass der FC künftig mit rosa Trikots aufläuft, um die "Weltoffenheit perfekt" zu machen, konterte der Verein mit der Darstellung eines ebensolchen Trikots im rosa Farbton. "Und danke für die Idee mit dem Trikot", schrieb der Effzeh auf Twitter.

Die Kölner verwiesen in dem Tweet zudem auf ihre Charta. In dem Leitbild des Vereins sind die Normen und Werte für das Miteinander zwischen Club, Mitgliedern und Fans in elf Artikeln zusammengefasst. Darin heißt es insbesondere: "Wir wollen Toleranz, Fairness, Offenheit und Respekt – immer und überall."

Auch Mainz machte Kündigung öffentlich

Einen ähnlichen Fall wie jetzt in Köln gab es bereits im Juni bei Mainz 05. Damals hatte sich ein "Fan" unter anderem über zu viele dunkelhäutige Spieler beklagt. Auch die Mainzer machten die Kündigung des Anhängers in den Sozialen Netzwerken öffentlich. Der Klub schrieb: "Auch wenn wir normalerweise Kündigungen bedauern und um jedes Mitglied leidenschaftlich kämpfen, können wir unser Bedauern in Ihrem Fall nicht ansatzweise ausdrücken."

(bl/dpa)

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