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​Wie startet die Lira in den Tag – 12. März 2020

12.3.2020 9:41 Uhr

Nachdem die Türkische Lira in den letzten beiden Tagen eine eher normale Performance an den Devisenmärkten zeigte, scheinen die Zeichen am 12. März wieder nach unten zu deuten. Weltweit werden immer mehr Veranstaltungen wegen des Coronavirus abgesagt, Länder wie die USA schotten sich ab und verhängen Einreiseverbote aus Europa, an der türkisch-griechischen Grenzen kochen die Emotionen hoch, in der Türkei wird den Hoteliers geraten, den Saisonbeginn zu verschieben und die komplette Tourismus-Branche zeigt sich uneins, wenn es um frühzeitige Buchungen geht. Dies bedeutet wirtschaftliche Einbußen und darauf reagieren Schwellenländer und ihre volatilen Währungen sehr sensibel. Da macht die Türkei keine Ausnahme.

Die Türkische Lira zeigte im Vergleich zum Euro recht zeitnah mit Öffnung der asiatischen Märkte, in welche Richtung die Reise gehen würde. Zum Euro wurde mit 6,9922 TL eröffnet und danach zeigte die Tendenz konsequent nach unten. Bis in die Morgenstunden deutete sich der Kursverfall von rund einem Prozent an. Aktuell bewegt sich die Lira bei 7.0572 TL zum Euro. Eigentlich beste Voraussetzungen, um aus der EU-Zone eine Reise in die Türkei zu buchen – wäre da nicht die gewaltige Angst vor dem Coronavirus.

Türkische Lira - wohin wird die Reise führen?

Der US-Dollar bewegt sich am heutigen Donnerstag im Gleichschritt mit dem Euro. Da öffnete die Lira mit 6,2114 zum Dollar und umgehend bewegte sich der Wechselkurs der Lira nach unten. Dadurch aber, dass die Fronten in Syrien geklärt zu sein scheinen und die Grenzbelastungen zwischen der Türkei und Griechenland die USA nicht betreffen und es hier auch keine diplomatische Holzhammer-Rhetorik gibt, wurde das Absinken im Verlaufe des Morgens gestoppt. Aktuell verharrt der Kurs der Lira bei 6,2114 TL zum US-Dollar.

Man kann sich des Gefühls nicht erwehren, dass jeweils zum Ende der Woche die Lira eine Abwärtsbewegung beschreibt. Das scheint in Teilen der Tatsache geschuldet zu sein, dass in der Türkei auch wichtige politische Entscheidungen am Wochenende getroffen werden. Hier sieht es so aus, dass der Markt präventiv nach unten zieht, um sich gegebenenfalls zum Wochenanfang wieder zu korrigieren. Proaktive Devisenpolitik für den Fall der Fälle. In Sachen Lira wird es, wenn das Treffen zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel, Staatspräsident Emmanuel Macron und Präsident Recep Tayyip Erdogan am 17. März in Istanbul wegen des Coronavirus stattfinden kann, zum Wochenbeginn spannend. Finden die drei Staatschefs eine Lösung für die Migrationskrise an der türkisch-griechischen Grenze, ist für die Lira viel Luft nach oben. Verläuft es jedoch erneut ergebnislos, ist aber auch reichlich Luft nach unten.

(Hürriyet.de)

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