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​Wie lief die Woche vom 23. bis 27. März für die Türkische Lira?

28.3.2020 12:21 Uhr

Das Coronavirus dominiert weltweit die Newslage zu nahezu 100 Prozent. Daraus erwachsen viele Ängste und es entsteht ein immenser Druck auf die Weltwirtschaft. Gerade Anleger, die in Devisenmärkten tätig sind, fragen sich, was die Zukunft bringen wird. Darum sucht man sich im Normalfall sichere Häfen bei den Anlagen. Das bekommen Aktienindizes und Währungen der Schwellenländer schmerzhaft zu spüren. Der US-Dollar (USD) und der Euro (EUR) performten vom Wochenverlauf völlig gegensätzlich zur Türkischen Lira (TRY, TL). Während der Greenback einen starken Wochenbeginn zur Lira hinlegte und dann zum Wochenende an Dominanz verlor, zeigte sich der Euro im ersten Wochendrittel stark, sank im Mitteldrittel ab und schoss zum Ende der Woche raketenartig nach oben.

Die Türkische Lira zeigte im Vergleich zum Euro beim Wechselkurs einen eher ruhigen Wochenstart. Es gab gewisse Ups, es gab ebenso Downs, die sich aber insgesamt in moderaten Bereichen abspielten. Zur Wochenmitte kam dann Bewegung auf und der Eurokurs sank unter die Marke von sieben Lira für den Euro. Es wurde sogar an der Marke von 6,90 TRY zum EUR gekratzt. Das kehrte sich am Freitag zum Wochenschluss ins komplette Gegenteil um. Am späten Freitag schoss der Eurokurs nach oben und sorgte dafür, dass die Lira zum Euro ein 52-Wochentief mit 7,2093 TL fuhr. Damit beendet die Lira auch den eher "schwarzen Freitag" und die Woche.

Screenshot finanzen.net

Bei US-Dollar lief es für die Türkische komplett entgegengesetzt zum Euro. Da erzielte die türkische Landeswährung des 52-Wochentief sofort zum Wochenstart am 23. März mit einem Wechselkurs von 6,6088 TRY für den USD. Doch durch immer neue Schreckensmeldungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus geriet die US-Währung zusehends unter Druck. Den ersten Einbruch des Greenback zur Lira gab es am 25. März, als der Wechselkurs unter die Marke von 6,40 TRY für den USD rutschte. Beendet wurde die Handelswoche für den Dollar zur Lira mit 6.4494 – 15 Kurus unter dem Wochenstart.

Screenshot finanzen.net

Was bringt die erste April-Woche für die Türkische Lira?

Was wird die neue Woche bringen? Weltweit geistern Schreckenszahlen zu möglichen Ansteckungsraten und Opferzahlen im Zusammenhang mit dem Coronavirus durch den Blätterwald. Regierungen müssen zum Schutz ihrer Bürgerinnen und Bürger Maßnahmen ergreifen, die von der Wirtschaft mit Tränen in den Augen gesehen werden. Touristische Hotspots leiden bereits jetzt unter den Flugverboten, Bewegungsverboten und der Sperrung von Flughäfen. Das Leben kommt weltweit zum Erliegen. Der türkische Innenminister Süleyman Soylu sprach in einem Interview mit einem Privatsender davon, dass rund 80 Prozent des Lebens in der Türkei stillstehe.

All das verheißt auf der Kurzdistanz für volatile Währungen und Schwellenländer wenig Gutes. Das heißt, man muss sich bei der Türkischen Lira darauf einstellen, dass es weiter zu Kurvenverläufen kommen wird und kommen muss. Das ist in Zeiten so, in denen jede Meldung zu Fallzahlen und Opfern maximalen Impact mitbringt.

(ce)

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