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​Wie lief die dritte März-Woche für die Türkische Lira?

21.3.2020 16:16 Uhr

Auch in der dritten Märzwoche vom 16. bis zum 20. März stand die Türkische Lira unter massivem Druck. Dabei beschrieb die Entwicklungskurve zum Euro die klassische Achterbahnfahrt mit vielen Ups und Downs. Beim US-Dollar war es mehr ein Bergaufstieg des Greenback, denn kletterte und kletterte beim Wert gegenüber der türkischen Landeswährung. Beim Wechselkurs zu beiden Vergleichswährungen wurden in der dritten Woche im März neue Tiefstände für den 52-Wochen-Vergleich geschrieben. Richtungsweisend wird sein, wie wirken sich in der Türkei und weltweit die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus aus.

Wie wir auf der Grafik erkennen, startete die Türkische Lira knapp über 7,05 TRY zum EUR in die neue Handelswoche. Doch bereits am ersten Tag wurde das Wochentief aus Sicht der Lira von 7,2049 TL erzielt. Maßnahmen wie die Leitzinssenkung griffen nur kurz und sorgten entsprechend für eine Entspannungstendenz, die jedoch schnell wieder aufgebraucht wurde. Erst zum Wochenschluss beruhigte sich die Lage und die Lira schloss ihre Handelswoche minimal unter dem Eröffnungskurs zum Euro bei 7,0523 TL zum Euro.

Screenshot finanzen.net

Stand der US-Dollar zur Türkischen Lira in der Vorwoche recht standfest, so gab es in der dritten Märzwoche kein wirkliches Halten mehr. Mit 6,33 TRY zum USD ging es in die neue Woche und das war eine Art Startschuss. Kontinuierlich marschierte der Greenback nach oben und die Lira entsprechend nach unten. Zum Wochenschluss wurde am 20. März der Wochentiefstand mit 6,5633 TL für den Dollar erreicht – also entgegengesetzt zum Euro, wo der Tiefstand zum Wochenbeginn erreicht wurde. Und auch der Wochenschluss lag mit 6.5528 Lira für einen Dollar nicht weit unter diesem Wechselkurs. Vor nahezu exakt einem Jahr schrieb die Türkische Lira ihren Bestwert zum Dollar – mit 5,3044 TL für einen Dollar. 1,25 TL oder mehr als 20 Prozent besser als im März 2020.

Screenshot finanzen.net

Was wird die letzte Märzwoche der Türkischen Lira bringen?

Abend für Abend gegen kurz vor Mitternacht Ortszeit wendet sich Gesundheitsminister Fahrettin Koca an die türkischen Bürgerinnen und Bürger, um die neusten Wasserstandsmeldungen in Sachen Coronavirus zu kommunizieren. Die türkische Wirtschaft, in welcher der Tourismus einen wesentlichen Faktor darstellt, könnte bei zunehmenden Corona-Fällen unter Druck geraten. Das entwickelt selbstverständlich eine Strahlwirkung auf den Wechselkurs der Landeswährung. Würden nun Europa und die USA es recht schnell schaffen, Wege aus der Corona-Krise zu finden und die Türkei "hängt dabei wegen des verspäteten Ausbruchs hinterher", wäre das suboptimal für die Wirtschaft – und entsprechend für die Türkische Lira.

Es kommt also in den kommenden Tagen und Wochen darauf an, wie schafft es die Türkei, dass ihre Maßnahmen greifen, das Coronavirus im Griff zu halten und die Infektionsketten zu unterbrechen. Ist die Bevölkerung diszipliniert genug, sich in den "Selbst-Lockdown" zu nehmen und so eine Weiterverbreitung zu unterbinden. Gelingt das, wird die Lira die Corona-Krise mit einem blauen Auge überstehen. Und das vielleicht sogar gestärkt, denn ein "interessanter Wechselkurs" der Lira könnte für einen Tourismus-Run sorgen, sobald sich die Grenzen wieder öffnen und die Menschen weltweit wieder reisen können.

Dadurch, dass man in Europa bewegungseingeschränkt war, besteht die realistische Möglichkeit, dass durch "Aussperrungen" gespartes Geld – weil man zum Beispiel nicht ins Restaurant, die Disco oder ins Kino usw. konnte – in den Tourismus-Sektor fließt. Da käme es in dem Moment darauf an, wie gut die "Kriegskassen" des Reisemarktes der Türkei gefüllt sind oder werden und wie forciert man bereit wäre, in Werbung zu investieren, um Touristen anzuziehen. Doch das ist eine Option, die über eine Vorschau auf die letzte Märzwoche hinaus geht.

(ce)

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