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​Was wäre, wenn Basaksehir heute türkischer Meister würde?

19.7.2020 15:56 Uhr

Am heutigen Abend kann es eine Vorentscheidung bei der Meisterschaft in der türkischen Süper Lig geben. Nur wenn Basaksehir zuhause gegen Kayserispor Punkte lässt (Remis oder Niederlage) und Trabzonspor zeitgleich zuhause gegen Konyaspor gewinnen könnte, würde die Meisterentscheidung auf kommendes Wochenende vertagt. Vier Punkte Vorsprung bei sechs noch zu vergebenden Punkten sind ein gutes Polster. Doch was passiert, wenn die ehemalige Betriebsmannschaft der Istanbuler Stadtverwaltung – damals bis 2014 noch Istanbul Büyüksehir Belediyespor (IBB) – Meister würde?

Zuerst einmal würde mit einer Meisterschaft Basaksehir das bekommen, was man dringend benötigt: Geld. Der Kader des Teams ist völlig überaltert. 14 Spieler von 26 sind Ü30 und zwei Spieler Ü29. Es laufen am 6. August einige Verträge aus und wenn man den Transfergerüchten glauben darf, steht einer der Leistungsträger – Mittelfeldspieler Irfan Can Kahveci, 25 Jahre alt – vor dem Absprung in eine der europäischen Top-Ligen. Neben Irfan Can haben es nur der 25-jährige Ponck aus Kap Verde, der 23-jährige Nigerianer Okechukwu Azubuike, der 25-jährige Franzose Enzo Crivelli und der 27-jährige Norweger Fredrik Gulbrandsen auf vierstellige Einsatzminuten gebracht. Neun andere Spieler mit vierstelligen Minuten bei der Einsatzzeit sind Ü30. Das heißt, Basaksehir hat primär auf Erfahrung gesetzt, was für die Süper Lig zu reichen schien. In der Champions League weht allerdings ein anderer Wind.

Reichen Einnahmen von 54 Mio € für einen Champions-League-Kader?

Welche Baustellen sind bei Basaksehir zu schließen? Die Verträge von Martin Skrtel, Gael Clichy, Ugur Ucar, Mehmet Topal, Gökhan Inler, Okechukwu Azubuike, Eljero Elia und Robinho laufen am 6. August aus. Bis auf Azubuike alles Spieler Ü30 und mit Ausnahme von Ugur Ucar haben sie alle vierstellige Einsatzminuten erspielt. Entweder müssen also die Verträge für teures Geld bei einer Teilnahme an der Champions League verlängert oder die Spieler gleichwertig ersetzt werden. Das wird schwer.

Was kann Basaksehir ausgeben? Man darf davon ausgehen, dass mit der Direktqualifikation zur Champions League, den Einnahmen aus der Europa League dieser Saison und der nationalen Meisterschaft circa 54 Millionen in die Kassen gepumpt würden. Das ist mehr, als der komplette aktuelle Kader wert ist – knapp 49 Millionen Euro. Fraglich ist allerdings, wie will man eine zusammengekaufte Truppe so schnell einspielen, dass man in der Gruppenphase der Champions League nicht als Kanonenfutter vom Platz geschossen wird? Und was ist, wenn man acht oder neun Spieler ersetzen muss? Dann muss man ausleihen oder Spieler kaufen, die im Spitzenwert maximal sechs Millionen Euro kosten. In der türkischen Liga hat man mit einem 2., 3. und 2. Platz in den vergangenen drei Jahren seinen Stellenwert etabliert. Aber nun droht die Gruppenphase der Champions League und da trennt sich bekanntlich die Spreu vom Weizen. Ob man mit einem Investitionsvolumen von 54 Millionen Euro einen Kader bekommt, der eine Tauglichkeit für die Champions League aufweist, darf bezweifelt werden.

(ce)

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