imago images / imagebroker

​Wandern auf dem längsten Küstenwanderweg der Türkei

29.8.2020 13:31 Uhr

Ältere Türken wundern sich über die im Land aufblühende Wanderlust, schließlich war das Wandern lange Zeit eher eine Notwendigkeit und alles andere als ein Vergnügen. Doch die Türken haben das Wandern für sich entdeckt und erkunden die vielen Wege, die durch die Türkei führen.

Fans des Wandertourismus begeben sich in der Türkei gern auch auf unbekannteres Terrain, wie dem Karischen Weg, der dem berühmten Lykischen Weg zurecht Konkurrenz macht.

Wandern in Sektionen

Küste von Bozburun (Bild: Hürriyet)

Der Karische Weg ist ein 820 Kilometer langer, 2013 eröffneter Fernwanderweg, der durch die Urlaubsregionen Mugla und Aydin führt. Er hat keinen festen Start- und Endpunkt, sondern ist in Sektionen unterteilt. Man kann um den Golf von Gökova herum wandern (ca. 140 km) oder das wilde karische Hinterland erkunden (ca. 170 km). Auf der für eine vielfältige Flora bekannten Bozburun-Halbinsel geht es entlang der Küste (ca. 140 km). Der längste Abschnitt führt über die Datca-Halbinsel (ca. 240 km).

Geschichte und Besonderheiten

Seinen Namen erhielt der Wanderweg von der Karischen Zivilisation, die in dieser Region beheimatet und vorher ein Seefahrervolk war. Die Karier waren als Söldner weithin bekannt und sollen sogar bis nach Ägypten gelangt sein. Die größtenteils gut erhaltenen Überreste ihrer Siedlungen und Heiligtümer finden Wanderer an mythisch anmutenden Schauplätzen, eingebettet in faszinierende Landschaften, verbunden durch antike Handelswege und vergessene Esels- und Schäferpfade. Rast macht man an den Stränden von malerischen Meeresbuchten oder in von Olivenhainen umgebenen, stillen Dörfern.

Mandelplantage in Mugla (Bild: Hürriyet)

Unterwegs probieren sollte man die in der Region bekannten "drei B's": "balik" ist Fisch, "bal" ist Honig (Thymianhonig), "badem" sind Mandeln, die auf den vielen Mandelplantagen angebaut werden.

Antike Stätte Amos (Bild: Hürriyet)

Zu den historischen Höhepunkten zählen die antiken Stätte Amos, Loryma und Hydas. Ein beliebter Zwischenstopp ist die Insel Sedir im Golf von Gökova. Kleopatra-Insel wird sie auch genannt, da die Pharaonin und ihr Geliebter, der römische General Marcus Antonius, dort geschwommen sein sollen. Den feinen Muschelsand soll man nur für die beiden auf die Insel gebracht haben.

Streckenweise nichts für Anfänger

Im Allgemeinen eignet sich der Karische Weg für Wanderer mit ein wenig Erfahrung. Anders als der Lykische Weg sollten sich Anfänger nicht ohne sachkundigen Guide auf den Weg machen. Der Schwierigkeitsgrad wird als durchschnittlich bezeichnet. Herausfordernde Steigungen gibt es zwar keine, auf manchen Streckenabschnitten aber häufig Schotterwege. Eine Markierung ist zwar vorhanden, doch man sollte auch einen guten Orientierungssinn besitzen.

Solange man sich entlang der Küste bewegt, kann man in Hotels und Pensionen übernachten. Insbesondere im Hinterland ist man jedoch auf sein eigenes Zelt oder die Gastfreundschaft der Einwohner beschaulicher, selten besuchter Dörfer angewiesen. Die wird Wanderern jedoch vielerorts entgegengebracht.

(jk)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.