Symbolbild: imago images / Panthermedia

​Waffengewalt in der Türkei in letzten fünf Jahren um 69 Prozent angestiegen

20.1.2021 15:31 Uhr

In der Türkei wurden im Jahr 2020 laut der Umut (Hoffnung) Stiftung, einer NGO aus Istanbul, 2040 Menschen durch Waffengewalt getötet und 3688 wurden bei Vorfällen im Zusammenhang mit Waffen verletzt. Die am Bosporus ansässige NGO widmet sich dem Zweck, die Zahl an Waffen in Privathänden in der Türkei zu reduzieren, wie Hürriyet Daily News berichtet.

Der Bericht zeigte eine besorgniserregend hohe Anzahl von Vorfällen von Waffengewalt im Land und das trotz Pandemie-Isolierungen und Covid-19-Beschränkungen. Sie zählte im vergangenen Jahr 3682 Vorfälle von Waffengewalt, an denen bewaffnete Zivilpersonen beteiligt waren. In 3128 dieser Vorfälle wurden Schusswaffen und in 554 Fällen Schneid- und Stichwerkzeuge eingesetzt, heißt es in dem Bericht.

Waffengewalt in der Türkei in den letzten fünf Jahren um 69 Prozent gestiegen

Im Vergleich zur Statistik von 2015 hat die Waffengewalt in den letzten fünf Jahren um 69 Prozent zugenommen. Während in den zentralanatolischen Provinzen mit 90 Prozent der größte Anstieg der Waffengewalt zu verzeichnen war, hat ein Anstieg von 75 Prozent in der Marmararegion und 71 Prozent in der Ägäisregion Anlass zur Sorge gegeben. Istanbul steht an erster Stelle in der Statistik, wo 441 Vorfälle von bewaffneter Gewalt, bei denen 205 Menschen starben und 478 im Jahr 2020 verletzt wurden, in den Medien gemeldet wurden.

Die fünf wichtigsten Städte mit der höchsten Anzahl registrierter Vorfälle sind Istanbul, die Schwarzmeerprovinz Samsun, die Mittelmeerprovinz Adana, die Ägäisprovinz Izmir und die nordwestliche Provinz Bursa. In dem Bericht wurde festgestellt, dass die Hauptstadt Ankara, die im Vorjahr die zweitgewalttätigste Provinz war, auf den neunten Platz fiel. "Diese Zahlen zeigen, dass die Gewalt trotz der Pandemie und Ausgangssperren nicht aufgehört hat. Im Gegenteil, die Waffengewalt hat zugenommen und das Ausmaß des individuellen Waffenbesitzes in unserem Land ist steigend", heißt es in einer Erklärung der Stiftung. Die NGO forderte die staatlichen Behörden außerdem auf, rechtliche Vorkehrungen zu treffen, um den privaten Besitz von Waffen und die Straflosigkeit bei Verstößen gegen Waffengesetze zu reduzieren.

(ce)

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