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​Türkei will Drohnen in den europäischen Verteidigungsmarkt liefern

22.1.2021 8:51 Uhr

Im Rahmen der größten Verteidigungsmesse der Türkei, die von der Istanbuler Vereinigung für Verteidigung und Luft- und Raumfahrt (SAHA) organisiert wurde, traf der türkische Industrie- und Technologieminister Mustafa Varank einige wichtige Aussagen. Er sprach davon, dass man türkische Drohnen (UAVs) auch nach Europa exportieren wolle. Man plane, bis zum für die Türkei symbolischen Jahr 2023 – dem 100. Jahrestag der Republikgründung – ein Volumen im Verteidigungssegment von 22 Milliarden Euro realisieren zu wollen, von denen acht Milliarden über den Export generiert werden sollen.

Der Minister für Industrie und Technologie der Türkei, Mustafa Varank, sprach in seiner Rede zum "3. Treffen der Verteidigungsindustrie" zum Thema "Inländische und nationale Produktion in der Verteidigungsindustrie". Varank betonte, dass die Verteidigungsindustrie die Garantie für die Unabhängigkeit der Länder sei und erklärte, dass dieser Sektor auch große wirtschaftliche Auswirkungen habe und als Lokomotive für wissenschaftliche und technologische Entwicklungen fungiere. Varank gab die Information ab, dass die weltweiten Ausgaben der Verteidigungsindustrie ab 2019 rund zwei Billionen US-Dollar überstiegen haben. "Der Umsatz der Verteidigungs- und Luftfahrtindustrie in unserem Land stieg auf 12 Milliarden US-Dollar. Unsere Exporte, die 2005 noch 340 Millionen US-Dollar betrugen, erreichen heute rund drei Milliarden US-Dollar. Unsere Inlandsraten an den Endprodukten steigen von Tag zu Tag. Bis 2023 ist unser Ziel beim Inlandsanteil von 75 Prozent," sprach der Minister.

Rüstungsindustrie erhielt Anreize von acht Milliarden Lira

"In den letzten acht Jahren haben wir Anreize für das Verteidigungsindustrieprojekt von acht Milliarden Lira (rund 900 Millionen Euro) gegeben." Varank gab die Information, dass sie in den letzten acht Jahren Anreizzertifikate für 346 Projekte mit einem Investitionsbetrag von besagten acht Milliarden Lira im Bereich der Verteidigungsindustrie ausgestellt haben: "Dank dieser Projekte haben wir den Weg für 6700 neue Arbeitsplätze geebnet." Varank wies darauf hin, wie wichtig es sei, Kosten zu senken und die Ressourceneffizienz in einem wettbewerbsorientierten Umfeld sicherzustellen und sagte, dass Unternehmen Zusammenarbeit nicht als Wahl, sondern als Verpflichtung betrachten sollten. Varank erklärte, dass die SAHA Istanbul auch ein Ökosystem für Verteidigungs- und Luftfahrtunternehmen geschaffen und wichtige Studien zur Verbesserung der Kompetenz der Humanressourcen in diesem Bereich durchgeführt habe. "Die virtuelle Messe SAHA Istanbul EXPO wird mit großem Interesse fortgesetzt. Die Zahl der Besucher der Messe hat 70.000 erreicht. Es sind 23.000 B2B-Meetings geplant. Dieses Interesse unserer Unternehmen und jungen Talente stärkt unsere Hoffnungen für die Zukunft. Warum brauchen wir die Rüstungsindustrie? Weil dies eine Frage des Überlebens ist. Der Hauptfaktor in der Außenpolitik ist die militärische Macht unseres Landes, genauer gesagt die Kompetenz der Verteidigungsindustrie. Wir liegen inmitten eines Spannungsfeldes. Es ist keine Wahl, sondern eine Notwendigkeit, dass unser Land, das ein tief verwurzelter und alter Staat ist, aufgrund seiner Verantwortung aus der Vergangenheit stark ist."

Doch Varank sah die Rüstungsindustrie nicht nur als Mittel der eigenen Selbstverteidigung. "Unsere Verantwortung geht weit über die Sicherheit der Türkei hinaus. Wir haben das jüngste Beispiel in Karabach gesehen. Ich glaube, dass die Investitionen, die wir in den letzten 5 Jahren getätigt haben, unser Land in viel kürzerer Zeit in die Liga der Giganten der Verteidigungsindustrie bringen werden. Tatsächlich haben wir mit unseren jüngsten internationalen Großverkäufen begonnen. Ich glaube, dass wir kurz davor stehen, in den europäischen Markt zu liefern."

(ce)

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