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​Türkei rügt Verhaftung von Konsulatsmitarbeiter auf Rhodos

19.12.2020 14:32 Uhr

Die Türkei verurteilt die Verhaftung eines Mitarbeiters des türkischen Generalkonsulats auf der griechischen Insel Rhodos durch griechische Behörden. Man sei empört über die Festsetzung wegen Spionage-Verdachts, erklärte das Außenministerium am Freitag.

Vor etwa einer Woche waren zwei Männer auf der Insel festgenommen worden. Sie sollen griechischen Berichten zufolge Informationen über Militäranlagen in der Region der Inseln Rhodos und Kastelorizo an die Türkei geliefert haben. Einer der Männer ist demnach Mitarbeiter und Dolmetscher des türkischen Generalkonsulats auf Rhodos. Der Andere arbeite auf einer Fähre, die zwischen Rhodos und Kastelorizo pendelt, und soll Informationen über die Bewegungen der griechischen Streitkräfte an den Mitarbeiter des Konsulats der Türkei auf Rhodos geliefert haben, hieß es. Nach türkischen Angaben ist der Mitarbeiter griechischer Staatsbürger.

Erneute Festnahme der Mitarbeiter am Freitag

Griechenland habe gegen das Recht auf Freiheit, Sicherheit und Respekt gegenüber dem Privat- und Familienleben des griechischen Staatsbürgers verstoßen, hieß es vom türkischen Außenministerium. Die griechischen Medienberichte verstießen zudem gegen die Unschuldsvermutung. Die Männer waren zwischenzeitlich wieder auf freien Fuß, wurden am Freitag aber erneut festgenommen - weil neue Erkenntnisse vorliegen könnten, wie griechische Medien berichten. Die Regierung äußerte sich nicht; die Behörden machten ihre Arbeit, hieß es lediglich.

In der Region südlich von Rhodos und Kastelorizo ist die Lage seit Monaten äußerst angespannt. Ein türkisches Schiff suchte dort bis vor wenigen Tagen nach Erdgas. Die Türkei argumentiert, dass die erkundeten Zonen südlich von Rhodos und Kastelorizo sowie Kreta zum türkischen Festlandsockel gehören. Zudem hätten kleine griechische Eilande, aber auch große Inseln wie Kreta und Rhodos nur sechs Seemeilen Hoheitsgewässer und keinen Festlandsockel. Die EU hat diese türkischen Aktionen scharf kritisiert.

(ce/dpa)

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