DHA

​Türkei: Präsident Erdogan wandte sich erneut gegen hohe Zinssätze

16.1.2021 11:42 Uhr

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wiederholte in einem Gespräch mit Unternehmensgruppen seine Kritik an hohen Leitzinssätzen, meldet Bloomberg. Er betonte erneut die in seinen Augen negativen Auswirkungen auf die türkische Wirtschaft und bekräftigte seine Ansicht, dass höhere Kreditkosten für die Inflation verantwortlich seien.

Die Kommentare zum Leitzinssatz vom türkischen Präsidenten markieren das erste Mal, dass der türkische Staatschef das Wirtschaftsmanagement leicht kritisiert, seit die beiden führenden politischen Entscheidungsträger bei der Zentralbank und im Finanzministerium im November ersetzt wurden. "Wir werden für hohe Zinsen gelobt", sagte Erdogan. "Wir werden dafür gelobt, dass wir viele unserer Unternehmen in den Bankrott gebracht haben."

Lira gab am Freitag an den internationalen Märkten wieder nach

Dabei konzentrierte sich die Kritik aber nicht auf die politischen Entscheidungsträger, sondern auf die Geschäftsbanken. Denen warf der türkische Präsident vor, die Unternehmen "auszubeuten". Er betonte in seiner Ansprache, dass Preisstabilität für das Jahr 2021 oberste Priorität habe.

"Ob sie zuhören oder nicht, ich werde meinen Kampf fortsetzen", sagte Erdogan am Freitag in Fernsehkommentaren zu einer Gruppe türkischer Geschäftsleute. "Eines glaube ich: Mit hohen Zinsen können wir nichts erreichen." Die Anmerkungen fallen zu einem Zeitpunkt, bevor der Zentralbank-Vorsitzende Agbal den geldpolitischen Ausschuss am 21. Januar zu einer monatlichen Sitzung einberuft. Der neue Vorsitzende hatte den Leitzins in den zwei letzten Sitzungen des Jahres 2020 um insgesamt 675 Basispunkte erhöht. Erdogan sagte, dass "marktfreundliche Entscheidungen", die seit November getroffen wurden, Früchte tragen, da eine stärkere Lira und ein geringeres Staatsrisiko der Regierung geholfen haben, ihre Haushaltslücke zu schließen. Die Lira gab ab 17.30 Uhr in Istanbul gegenüber dem Dollar um 1,7 Prozent nach und verzeichnete damit den größten Rückgang seit dem 23. November 2020.

(ce)

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