DHA

​Türkei: Milchbad könnte zwei bis 15 Jahre Gefängnis bringen

24.1.2021 16:43 Uhr

Die Staatsanwaltschaft der zentralanatolischen Provinz Konya hat für zwei Beschuldigte Haftstrafen von zwei bis 15 Jahren gefordert. Den beiden männlichen Mitarbeitern einer Milchfabrik wird vorgeworfen, durch ein Bad in Milch und das Filmen des Vorganges sowie das Hochladen des Videos bei TikTok "ein Gesundheitsrisiko verursacht zu haben". Die Beschuldigten nannten den Vorgang einen "Scherz".

"Ein Verdächtiger hat heißes Wasser und Milch in ein Bassin gefüllt, ist hineingestiegen und hat ein Bad genommen. Der andere Verdächtige hat ihn dabei gefilmt", heißt es in der Anklage. Nach dem Bad in der Mischung aus Wasser und Milch haben die Verdächtigen laut Anklage die Mischung auf den Boden der Molkerei gegossen. Die Flüssigkeit ist also nicht in den Verkauf gekommen.

Ein weiteres Video schockiert die Öffentlichkeit in der Türkei

Die Verdächtigen haben sich verteidigt und gesagt, "es war als ein Witz gedacht". Die Staatsanwaltschaft sagte jedoch, dass die beiden Arbeiter ein Verbrechen begangen hätten und das mit dem Vorwurf "Lebensmittel mit giftigem Material zu versorgen und ein Gesundheitsrisiko zu verursachen" untermauert. Am 26. Oktober 2020 veröffentlichten die beiden Mitarbeiter der Molkerei aus dem Distrikt Meram das Video bei TikTok, einer internationalen Videoplattform.

Das Video sensibilisierte soziale Medien und die Leute waren wütend über das Video. Die örtlichen Behörden haben die Arbeiter festgenommen und die Fabrik mit einer Geldstrafe belegt. Ein weiteres Video über TikTok, das in einer Döner-Kebab-Fabrik in der nordwestlichen Provinz Kirklareli gedreht wurde und einen Fabrikarbeiter ohne Maske zeigt, der Döner-Fleisch ohne Handschuhe anfasst, wirft und küsst, hat die sozialen Medien in Aufruhr versetzt. Nach einer gründlichen Untersuchung des Videos durchsuchten die lokalen Behörden die Fabrik und nahmen am 22. Januar Proben der Produkte.

(ce)

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