Hürriyet

​Türkei: Mann graviert hethitische Figuren in Steine

6.8.2020 16:01 Uhr

Ein Mann, der in der zentralanatolischen Provinz Corum lebt, hat mit Hilfe von historischen Messern und Sägen aus der antiken Stadt Hattusa Symbole und Figuren, die für die Hethiter einzigartig sind, in Stein graviert.

Mustafa Atila verbindet mit Hattusa nicht nur seine Vergangenheit, als er in seiner Kindheit seinem Vater, einem Wächter in der antiken Stadt, Essen brachte, sondern auch seine Zukunft. Vor 20 Jahren begann er der Kunst des Steinschnitzens nachzugehen und verdient sich mittlerweile damit seinen Lebensunterhalt.

Eingravierte hethitische Soldaten (Bild: imago images/ robertharding)

Rückblickend berichtet er: „Als ich die Reliefs sah, die die Hethiter in die Felsen eingraviert hatten, dachte ich: „Ich kann diese [ebenfalls] in Steine gravieren“. „Ich wurde dafür zwar nicht ausgebildet, aber ich glaube, dass ich eine bessere Handwerkskunst als die Meister zeige", fügte er hinzu. Mit dem Verkauf seiner gravierten Steine an einheimische und ausländische Touristen würde Atila schließlich sein Lebensunterhalt verdienen.

Motive und besonderer Stein

"Ich graviere hauptsächlich den hethitischen Löwen, den Gott des Sturms Tesup, die Sonnengöttin Arinna und die königliche Familie auf die Steine", sagte Atila. Der Prozess würde hierbei ein oder eineinhalb Tage dauern, um einen kleinen Stein zu formen und zu gravieren. Die Preise würden je nach Handwerkskunst und Größe des Steins variieren.

Der Künstler stellte fest, dass die Hethiter den grünen Stein als heilig ansahen, sodass seine Besucher und Kunden vor allem an grünen Steinen interessiert seien.„Die Hethiter glaubten, dass der grüne Stein im Großen Tempel, der als Geschenk aus Ägypten kommen soll, ein heiliger Stein war. Ich benutze ähnliche Steine wie diesen“, sagte Atila.

Corum und die antike Stadt

Corum und seine Umgebung waren um 3.000 v. Chr. die Heimat der Hethiter. Um 2.000 v. Chr. wurde es zum Zentrum der Zivilisation.

Aufnahme von Hattusha (Bild: imago images/ United Archives)

Über 25.000 ausländische Touristen sind letztes Jahr nach Corum gekommen, um die einzigartigen historischen Stätten zu besichtigen. In diesem Jahr sank die Zahl der ausländischen Touristen aufgrund des Coronavirus-Ausbruchs auf 2.000.

Hattusa wurde 1986 von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen, da einige Bauwerke in ihren Ruinen perfekt geschützt und erhalten waren.

(gi)

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