​Türkei: Gericht verhängt zwölf Jahre Gefängnis in umstrittenen Gewaltfall

14.10.2020 16:01 Uhr

Ein Türkei in der Türkei hat ein Gericht das Urteil über Kadir Seker gesprochen. Zwölf Jahre und sechs Monate soll der 20-Jährige hinter Gittern müssen. Er wurde des Mordes an Özgur Duran schuldig gesprochen. Duran war in 19 Fällen wegen diverser Straftaten vorbestraft und hatte im Februar 2019 in einem Park seine Freundin brutal verprügelt. Seker kam der Frau zur Hilfe. Daraus entstand ein Kampf zwischen den Männern, an deren Ende Duran durch einen Stich ins Herz getötet wurde. Das Gerichtet wertete das nicht als Nothilfe oder Notwehr, sondern als "Mord unter ungerechtfertigter Provokation". In den sozialen Medienwird das Urteil mehr als kontrovers diskutiert.

Kadir Seker, 20 Jahre alt, hörte eine Frau weinen, als er im Februar 2019 eine Bibliothek verließ, um nach Hause zu gehen. Als Seker sah, dass sie von ihrem Freund Özgür Duran in einem Park verprügelt wurde, näherte er sich der Szene, um den Mann aufzufordern, sein Tun zu unterlassen. Duran war kein Unbekannter bei der Polizei. Sein Strafregister wies 19 Einträge wegen vorsätzlicher Körperverletzung, Diebstahl, Plünderung und Drogenhandels auf.

297 Femizide in der Türkei bisher im Jahr 2020

Seker und Duran gerieten in eine hässliche Schlägerei, bei der Duran durch einen Stich ins Herz getötet wurde. Nun sprach das Gericht das Urteil über Seker und verurteilte ihn zu zwölf Jahren und sechs Monaten Haft wegen "vorsätzlichen Mordes unter ungerechtfertigter Provokation". Mustafa Aladag, der Anwalt von Seker, gab nach der Anhörung eine Erklärung ab und erklärte, dass sie eine solche Entscheidung nicht erwartet hätten und dass sie sich an das Berufungsgericht wenden würden. Seine Anwälte haben auch erklärt, dass der Vorfall nicht beabsichtigt war und dass Seker nur einschritt, um der Frau zu helfen, die von Duran in der Öffentlichkeit zusammengeschlagen wurde.


Tausende von Social-Media-Nutzern haben Gerechtigkeit für Kadir Seker gefordert und Tweets mit dem Hashtag "Kadir ist unschuldig" (#kadirsucsuzdur) abgesendet. Unter dem Hashtag wird darauf hingewiesen, dass er eine Frau vor dem Tod gerettet hat. Die zunehmende Gewalt gegen Frauen und Femizide ist für die Türkei ein gravierendes Problem. Im Jahr 2019 erreichte die Zahl der Tötungen von Frauen ihren Höchststand der letzten zehn Jahre. Bislang wurden im Jahr 2020 insgesamt 297 Frauen getötet. Dies geht aus den Zahlen der "We Will End Femicides Platform" hervor.


(ce)

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