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​Türkei: Covid-19 trifft Kleinstunternehmen am härtesten

14.6.2020 13:26 Uhr

Laut einer Umfrage unter Betroffenen und Firmenbetreibern hat die Krise, die durch das Coronavirus und Covid-19 weltweit und ebenso in der Türkei ausgelöst wurde, Kleinst- und Kleinunternehmen am härtesten getroffen.

Bei einem virtuellen Treffen sagte Ümit Boyner, Leiter der Business for Goals Plattform B4G, der Organisation, die die Umfrage durchgeführt hat: "Wir sehen, dass die von der Krise am stärksten betroffenen Unternehmen mit 69 Prozent Kleinst- und mit 49 Prozent Kleinunternehmen waren." Sie fügte hinzu, dass diese Zahl für große Unternehmen 31 Prozent betrug. Das B4G ist eine gemeinsame Aktionsplattform, die vom türkischen Unternehmens- und Wirtschaftsverband TÜRKONFED, dem türkischen Industrie- und Wirtschaftsverband TÜSIAD und dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen UNDP zur Förderung nachhaltiger Entwicklungsziele eingerichtet wurde.

In- und ausländische Nachfragekrise

Boyner betonte, dass die bremsende Wirkung der Krise auf die Unternehmen von März bis Mai leicht nachgelassen habe. "Der Anteil, der in Mitleidenschaft gezogenen Unternehmen, lag im März bei 85 Prozent, im Mai jedoch bei 78 Prozent", sagte sie. Die Umfrage ergab, dass Arbeitnehmerinnen stärker von der Krise betroffen sind und dass mehr als die Hälfte der Unternehmen nicht auf eine zweite Welle des Ausbruchs vorbereitet ist. Laut Boyner haben 33 Prozent der Kleinstunternehmen Probleme mit Zahlungen, während die Zahl für Großunternehmen bei 2 Prozent liegt.

"Wenn wir uns die Anzahl der Mitarbeiter ansehen, wird ein umgekehrtes Verhältnis zwischen Unternehmensgröße und der von der Covid-19-Krise betroffenen Person gesehen", sagte sie. Boyner stellte fest, dass die an der Umfrage teilnehmenden Unternehmen die Pandemie eher als eine inländische als eine ausländische Nachfragekrise betrachten. "Ein Mangel an Inlands- und Auslandsnachfrage ist der Faktor, in dem Unternehmen das größte Risiko sehen", fügte sie hinzu. Claudio Tomasi, der ansässige Vertreter von UNDP, sagte, Covid-19 sei nicht nur eine Gesundheitskrise, sondern auch eine humanitäre und Entwicklungskrise.

Frauen stärker von der Krise betroffen

"Es ist der größte sozioökonomische Schock in einer Generation, der in einer Zeit tiefgreifender Ungleichheit, ökologischer Instabilität und zunehmenden Misstrauens auftrat und die Gesellschaften auf der ganzen Welt in sozialer, wirtschaftlicher und politischer Hinsicht betreffen wird", sagte Tomasi. Er betonte, dass Frauen wahrscheinlich stärker von der Krise betroffen sind, da sie in Hochrisikosektoren überrepräsentiert arbeiten. "Die Umfrage ergab, dass die häusliche und familiäre Verantwortung wie Kinderbetreuung, Patientenversorgung, Gewährleistung von Hygiene und Ernährung im Verlauf der Krise zunahm, was zeigt, dass Frauen stärker von der Krise betroffen sind", sagte er.

Tomasi betonte, dass UNDP Türkei alle Gesellschaftsschichten unterstützt und auf ihre Bedürfnisse eingeht, um sich von den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie zu erholen. Die Umfrage ergab, dass Unternehmen in syrischem Besitz von der Covid-19-Krise stärker betroffen sind, sagte er. "Etwa 38 Prozent der in syrischem Besitz befindlichen Unternehmen mussten schließen, während diese Quote 30 Prozent für Klein- und Kleinstunternehmen in der Türkei und 22 Prozent im Allgemeinen betrug", sagte Tomasi.

(ce)

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