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​Transfer von Mesut Özil zu Fenerbahce rumpelt auf vielen Ebenen

16.1.2021 13:19 Uhr

Der FC Arsenal und sein Trainer Mikel Arteta haben für Ex-Weltmeister Mesut Özil keine Verwendung mehr. Selbst beim FA-Cup, wo er hätte spielen können, war der Zehner nur Zaungast. Fenerbahce will den Mittelfeldspieler gerne noch im Winter unter Vertrag nehmen, müsste aber bei einem Transfer Ablöse zahlen und das lassen leere Kassen beim türkischen Serien-Meister eher nicht zu. Zudem ist da noch die Gehaltsfrage, denn die Gunners würden Özil, wenn er denn bis Sommer bei Arsenal bleibt, an die zehn Millionen Euro brutto überweisen. Dass die Kanarienvögel aus Kadiköy das Gehalt für sechs Monate ausschütten können, ist schier undenkbar. So entsteht eine vertrackte Situation.

Es ist ein Umfeld beim möglichen Transfer von Mesut Özil zu Fenerbahce, welches Max Kruse von Union Berlin, ehemaliger Spieler bei Fenerbahce, wohl lieben würde: Pokertisch-Ambiente. Fabrizio Romano, ein Experte im Bereich der Mega-Transfers, berichtet, dass die Gespräche zwischen dem FC Arsenal und Fenerbahce intensiviert worden wären. Das klingt logisch, denn ein Weggang würde die Gunners von einer massiven Gehaltslast befreien und das Tor für neue Wintertransfers öffnen, um in der Premier League nicht mehr am Katzentisch zu sitzen. Trotzdem sitzen die Londoner nicht verzweifelt am Pokertisch, sondern sagen wohl, dass Özil gehen kann – aber Fenerbahce soll dann bitte auch eine Ablösesumme zahlen.

Sechs Jahre keine Titel bei den Kanarienvögeln

Das wiederum scheint bei der angespannten Finanzlage des Klubs aus Kadiköy recht undenkbar zu sein. Ablöseforderungen würden entsprechend mit einem "dann warten wir eben bis zum Sommer" beantwortet – und das in der Hoffnung, dass der Wunsch der Gunners, Özil nicht mehr fürstlich oder gar königlich entlohnen zu müssen, am Ende obsiegt und man ihn ablösefrei ziehen lässt. All das widerspricht natürlich den Aussagen von zuvor, als es angeblich hieß, der Wechsel sei binnen einer Woche plus X eingetütet. Dabei ist die Marschrichtung von Fenerbahce klar: Man hofft darauf, mit Özil als Tabellenzweiter hinter Besiktas den Meistertitel in der Türkei und möglicherweise auch den Pokalsieg als Double einzukaufen. Die letzte Meisterschaft in der Süper Lig holte man im Jahr 2014 und 2013 war man zuletzt Pokalsieger. Eine Ewigkeit bei den erfolgsverwöhnten Fans der Istanbuler.

Die Erwartungshaltung könnte am Ende aber auch ein Faktor werden, der zu hohen Druck auf Mesut Özil ausübt. Und was tut er? Er wartet. Übt sich in Geduld, wie er letztens mit einem Verweis auf einen Sinnspruch auf einen islamischen Gelehrten symbolisierte. Glaubt man nun den Gerüchten aus der Türkei, dann ist Özil aber auch nicht unbedingt bereit, auf die "Kleinigkeit" von kolportierten zehn Millionen Euro Gehalt zu verzichten, die ihm die Gunners bis Sommer zahlen müssten, wenn er im Vertrag bleibt. Darum befinden sich wohl auch die Verhandlungen der drei Parteien in einer Sackgasse. Wird es noch im Wintertransferfenster eine Lösung geben? Man darf gespannt sein und Fans schwieriger Transfers gerne auch zum Popcorn greifen.

(ce)

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