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Rekordsieger Galatasaray zittert sich ins Pokal-Halbfinale

27.2.2019 14:19 Uhr, von Anil P. Polat

Galatasaray setzt seine Jagd nach dem 18. Pokalsieg der Vereinsgeschichte ungebremst fort. Im Viertelfinale schaltete der Rekordsieger Hatayspor aus. Durch das Hinspielergebnis konnten sich die Gelb-Roten im Rückspiel eine 2:4-Niederlage in Hatay leisten.

Galatasaray mit Glück zu Beginn

GS-Chefcoach Fatih Terim ließ nach dem 2:0-Hinspielsieg in Istanbul rotieren und bot vor allem Spieler aus der zweiten Garde gegen Hatayspor auf. Hatay erwischte gegen diese Aufstellung Terims jedoch den besseren Start. Der türkische Rekordpokalsieger hatte gehöriges Glück in der Anfangsphase nicht in Rückstand zu geraten, als Mirkan Aydin (8.) nach Hereingabe von Mehmet Dingil aus kurzer Distanz nur den Pfosten traf. Doch die Gäste sorgten schnell für klare Verhältnisse. Emre Tasdemir drang von links in den gegnerischen Strafraum ein und legte den Ball mustergültig zurück auf Mugdat Celik (21.), der nur noch locker und leicht zum 1:0 für Galatasaray einzuschieben brauchte.

Schiedsrichter Yasar Kemal Ugurlu überprüfte den Treffer per Videoassistenten, um festzustellen, ob Tasdemir die Kugel mit der Hand angenommen hatte. Nach Begutachtung der Videobilder wertete der Unparteiische die Szene dann aber als regulär mit der Schulter gespielt und gab folglich auch das Tor. Dieser Treffer kam bereits einer Vorentscheidung gleich, da Hatayspor wegen der Auswärtstorregelung (Hinspiel 0:2) nun vier Treffer ohne Gegentor für ein Weiterkommen benötigte. Nach der Führung verwalteten die „Löwen“ aus Istanbul das Resultat ohne viel Mühe. Kurz vor dem Pausenpfiff hatten beide Konkurrenten dann nochmals Chancen, die jedoch ungenutzt blieben, so dass es mit dem knappen 1:0 für Galatasaray in die Umkleidekabine ging.

Akbaba mit Köpfchen - Double-Träume leben nach Zitterpartie weiter

Unmittelbar nach dem Seitenwechsel hatte Celik (47.) die dicke Gelegenheit sein zweites Tor und das seines Teams zu erzielen, doch der Angreifer vergab aus aussichtsreicher Position. Sein Linksschuss ging am Pfosten vorbei ins Aus. Besser machte es Celiks Teamkollege Emre Akbaba (53.). Tasdemir glänzte per Flanke erneut als Vorbereiter. Akbaba köpfte klasse zum 2:0 für die Gäste ein. Allerdings verschuldete Akbaba (58.) auf der Gegenseite durch ein Foul im eigenen Sechzehner an Gökhan Karadeniz einen Elfmeter. Der Gefoulte trat selbst an und verkürzte sicher auf 1:2. In der 70. Minuten brachte Semih Kaya Mirkan Aydin zu Fall. Der ließ sich für manchen Betrachter etwas zu leicht fallen. Doch Referee Ugurlu zeigte zum zweiten Mal an diesem Nachmittag auf den Punkt. Wieder hieß der Schütze Gökhan Karadeniz. Und Karadeniz (71.) blieb erneut Sieger im Duell gegen GS-Ersatztorhüter Ismail Cipe. Mit seinem "Elfer-Doppelpack" glich Karadniz für Hatayspor damit auch zum 2:2 aus.

Celik (75.) hätte Galatasaray beinahe wieder in Front gebracht, aber dem Offensivspieler gelang das Kunststück eine weitere Großchance auszulassen. Als Folge wechselte ein verärgerter Terim Celik aus und brachte Henry Onyekuru (76.). Hatayspor hatte aber Blut geleckt und das Momentum auf seiner Seite. Die Hausherren stürmten weiter an und wurden schließlich auch belohnt. Nach Vorarbeit von Caner Hüseyin Bag schob Mirkan Aydin (79.) souverän zum 3:2 für Hatay ein. Damit lagen die Gastgeber erstmals in diesem Match vorne. Dann die kurioseste Szene des Spiels. Hatay brachte einen Ball von links in Strafraum von Galatasaray. GS-Schlussmann Cipe unterlief ein dicker Bock. Der 24-Jährige ließ den Ball beim Versuch das Spielgerät aufzunehmen zwischen seinen Beinen durchrutschen und produzierte ein Eigentor zum 4:2 für Hatay. Für noch mehr Gesprächs- und Diskussionsstoff sorgte aber, ob der Ball zuvor die Auslinie überschritten hatte. Wieder kam das VAR zum Einsatz. Aus den verschiedenen Blickwinkeln wirkte er mal im Aus mal gerade so noch auf der Linie. Eine höchst umstrittene Position. Der Linienrichter, der aber auf der Torlinie stand, hatte sofort den Arm mit der Fahne gehoben - vielleicht sollte man diesen Herren einfach einmal vertrauen. Schlussendlich wurde das Tor zum 4:2 gegeben.

Wunder bleibt aus - Gala peilt Titel 18 an

Hatay benötigte nur noch einen Treffer zum Weiterkommen. Und es gab sieben Minuten Nachspielzeit. Onyekuru erzielte nach einem Konter das vermeintliche 3:4 aus Sicht von "Cimbom". Aber der Nigerianer befand sich im Abseits, der Treffer zählte mithin nicht. Ein weiteres Tor sollte nicht mehr fallen. Hatay gewann die Begegnung nach großem Kampf und nach zwischenzeitlichem 0:2-Rückstand am Ende mit 4:2, schied aber aufgrund der Auswärtstore von Galatasaray aus dem türkischen Pokal aus. Durch den Halbfinaleinzug träumt Galatasaray weiter vom Double-Gewinn in der laufenden Saison.

Galatasaray trifft im Semifinale auf den Sieger der Paarung Göztepe-Evkur Yeni Malatyaspor (Hin: 0:1). Der letzte Pokalsieg von "Gala" datiert aus dem Jahr 2016. Damals bezwang man im Endspiel in Antalya den Erzrivalen Fenerbahce mit 1:0. Der Istanbuler Traditionsverein ist mit 17 Pokaltriumphen Rekordsieger in diesem Wettbewerb.

Aufstellungen

Hatayspor: Alici – Dingil, Örnek, Karaduman, Güreler – Maiga (46. Diallo), Sönmez (61. Nimaga), Korkishko (46. Bag), Ilgaz, Karadeniz – Aydin

Galatasaray: Cipe – Mariano, Kaya, Calik, Tasdemir (65. Bayram) – Inan, Donk, Akgün (83. Güney), Akbaba, Celik (76. Onyekuru) – Gümüs

Tore: 0:1 Celik (21.), 0:2 Akbaba (53.), 1:2 Karadeniz (59., Foulelfmeter), 2:2 Karadeniz (71., Foulelfmeter), 3:2 Aydin (79.), 4:2 Cipe (87., Eigentor)

Gelbe Karten: Güreler, Dingil, Örnek (Hatayspor) - Kaya, Akbaba (Galatasaray)

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