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Millionenstrafe gegen Video-App TikTok

28.2.2019 13:37 Uhr

Insbesondere bei Kindern ist die Kurzvideo-App TikTok beliebt. Dem rasch nutzenden Netzwerk wurde jedoch von der US-Verbraucherschutzbehörde FTC am Mittwoch eine Geldstrafe in Höhe von 5,7 Millionen Dollar (fünf Millionen Euro) verhängt, weil sie unerlaubt die Daten ihrer jüngsten Nutzer gesammelt und gespeichert hat. Es ist die bislang höchste Strafe wegen Verstoßes gegen US-Recht zum Schutz der Privatsphäre von Kindern im Internet.

TikTok gehört dem chinesischen Unternehmen ByteDance und entstand durch die Zusammenlegung mit der Mitsing-App Musical.ly, die mit einer Lippensynchronisierungsfunktion für selbstgedrehte Videos erfolgreich wurde. Mit TikTok können kurze selbst erstellte Clips mit Effekten versehen und geteilt werden - das Netzwerk fordert laut der FTC von allen Nutzern aber E-Mail-Adresse, Telefonnummer, Nutzername, Vor- und Nachname sowie biographische Angaben und ein Profilbild.

TikTok als Konkurrenz für Facebook, Instagram und Snapchat

TikTok habe dabei versäumt, sich bei den Nutzern unter 13 Jahren die Einwilligung der Eltern für diese Daten zu holen, so wie es das US-Recht fordere, kritisierte die Verbraucherschutzbehörde. "Die Betreiber wussten, dass auch viele Kinder die App benutzen." Die nun verhängte "Rekordstrafe" sei auch eine Botschaft an alle anderen Onlinedienste mit Angeboten für Kinder. "Wir nehmen die Durchsetzung des entsprechenden Rechts sehr ernst und werden es nicht tolerieren, wenn sich Unternehmen nicht daran halten."

Das Netzwerk hatte nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr weltweit 500 Millionen Nutzer, in den USA waren zuletzt nach Angaben der Verbraucherschutzbehörde 65 Millionen Accounts registriert. Die App macht mit ihrer Beliebtheit unter Kindern und Jugendlichen den einschlägigen Angeboten wie Facebook, Instagram und Snapchat Konkurrenz. Die Behörde warf dem Dienst dabei auch vor, das Streben nach Wachstum vor den Schutz gefährdeter Kinder zu stellen.

Bietet TikTok genug Schutz vor Pädophilen?

TikTok akzeptierte die Strafe sowie die Auflage, alle fraglichen Daten zu löschen - das tun die Unternehmen für gewöhnlich, um einen Gerichtsprozess zu vermeiden, der sie noch teurer zu stehen kommt und ihrem Ruf erheblich schaden kann. Zugleich erklärte das Unternehmen, eine neue Version seiner App zu starten, die sich an die jüngsten Nutzer richtet und einen zusätzlichen Schutz vorsieht.

TikTok ist allerdings auch wegen des eigentlichen Inhalts umstritten. Die App ist vor allem bei jungen Mädchen beliebt - sie können leicht zum Ziel spöttischer und verletzender Kommentare werden oder auch von Pädophilen auf der Suche nach Missbrauchsopfern. Außerdem seien die Folgen für Kinder, die sich aller Welt zur Schau stellen, noch gar nicht erforscht, geben Experten zu bedenken.

(sis/afp)