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"Malediven der Türkei": Teile des Saldasees werden für Touristen gesperrt

20.9.2020 9:13 Uhr

Obwohl eine lange Zeit keine Besucher aufgrund der Coronavirus-Krise in der Region erlaubt waren, hat der Salda-See in der Provinz Burdur seit Juni rund 600.000 Besucher angelockt. Einige von ihnen haben allerdings mit ihrem rücksichtslosen Verhalten die Landschaft des Sees geschädigt. Daher planen Behörden nun, die Region mit neuen Vorschriften besser zu schützen.

Laut den Angaben des türkischen Ministers für Umwelt und Urbanisierung, Murat Kurum, sei ab der nächsten Saison geplant, den Zugang zu dem Abschnitt der „Weißen Inseln“ schrittweise für Besucher zu beschränken, vielleicht sogar die Einreise dorthin komplett zu verbieten. Die "Weißen Inseln" sind hierbei einer der besonders beliebten Strandabschnitte des Saldasees, der auch als die „Malediven der Türkei“ bekannt ist.

Farbige Landschaft des Saldasees (Bild: imago images/ ZUMA Press)

Verschmutzungen werden beseitigt

Der Saldasee beheimatet etwa 81 Wasser- und Landpflanzen sowie 38 Wasservögel. Er sei weltweit einzigartig und würde mit seiner Beschaffenheit einem Abschnitt des Planeten Mars ähneln. Aus diesen Gründen messen die Behörden dem Saldasee nun große Bedeutung bei und wollen ihn besser vor Verschmutzungen schützen.

Angesichts der Gefahr der Verschmutzung aufgrund der Anzahl der Besucher und unregelmäßiger Strukturen werden negative Auswirkungen auf den See, die durch menschliche Aktivitäten verursacht werden, vom Ministerium für Umwelt und Urbanisierung beseitigt.

Keine Fahrzeuge und keine Gebäude am Ufer

Bevor der See zu einem Schutzgebiet erklärt wurde, seien Fahrzeuge fast bis ans Wasser herangefahren. Barrieren 500 Meter hinter dem See, sollen nun das Heranfahren von Fahrzeugen am Seeufer verhindern. Des Weiteren wird in der Umgebung regelmäßig Müll gesammelt. Alle Arten von illegalen temporären Strukturen, Zelten und Containern wurden ebenfalls entfernt. Ab sofort werde man keine Gebäude mehr erlauben, die näher als 400 bis 500 Meter an den See heranreichen.

Dank der Schutzmaßnahmen im und um den See stieg bereits die Wasserqualität des Saldasees auf Trinkwasserqualität.

Rauchverbot und keine Schlammbäder

Um aber die natürliche Struktur des Saldasees weiterhin zu schützen, seien Schlammbäder auf den Weißen Inseln und an öffentlichen Strandbereichen des Sees nicht mehr gestattet, sowie das Entfernen von Lehm und Sand vom Grund des Sees und vom Strand.

Besucher am Saldasee (Bild: imago images/ ZUMA Press)

Die Verwendung von kosmetischen Produkten wie Shampoo und Seife im See, der Verzehr von Speisen und Getränken, das Aufstellen von Sonnenliegen und Zelten sowie Picknicks sind in der Umgebung ebenfalls verboten. Das Ministerium verbot zudem bereits vor Wochen das Rauchen am Saldasee.

Aussichtsterrasse in Planung

Die Sicherheit des Sees und der „Weißen Inseln“ wird nun von Gendarmerietruppen und Polizeiteams gewährleistet.

Um jedoch den Touristen im Gegenzug zu den Verboten etwas anzubieten, soll auf den „Weißen Inseln“ nun eine Aussichtsterrasse erbaut werden, um den Reisenden einen tollen Ausblick über den Salda-See zu bieten.

(gi)

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