Abdulmonam Eassa/POOL AFP/AP/dpa

​Macron nennt mörderische Attacke auf Lehrer "islamistischen Terror"

17.10.2020 0:46 Uhr

Die blutige Attacke auf einen Geschichtslehrer in einem Pariser Vorort war laut Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron ein "islamistischer Terroranschlag". Das sagte Macron am späten Freitagabend in der Nähe des Tatorts. "Einer unserer Mitbürger wurde heute ermordet, weil er lehrte, weil er Schülern die Freiheit der Meinungsäußerung, die Freiheit zu glauben und nicht zu glauben lehrte. Unserer Landsmann wurde feige angegriffen, er wurde Opfer eines islamistischen Terrorangriffs.", sagte ein sichtlich angeschlagener Macron.

Das Opfer, der 47-jährige Geschichtslehrer Samuel P., soll Berichten zufolge die Mohammed-Karikaturen beim Thema Meinungsfreiheit gezeigt haben. Der Sender BFM berichtete von einem Video, das der Vater eines Schülers Anfang des Monats auf Youtube veröffentlicht haben soll. In dem Video soll es auch um die Mohammed-Karikaturen gegangen sein. Samuel P. wurde danach auf den Social Media beschimpft und erhielt laut französischen Medien Morddrohungen aus radikal-islamistischen Kreisen.

Macron: "Sie werden damit nicht durchkommen"

Macron nannte keine Details zum Tatablauf und verwies auf die Staatsanwaltschaft, die sich in einigen Stunden äußern werde. "Ich rufe alle unsere Landsleute auf, zusammenzustehen, vereint zu sein (...)", so der Präsident. Macron äußerte sich auch nicht weiter zum mutmaßlichen Täter oder zum Opfer. "Sie werden damit nicht durchkommen", sagte er mit Blick auf Gewalt und Terroristen.Im Zuge der Ermittlungen kam es nun zu vier Festnahmen. Alle Personen gehören zum familiären Umfeld des erschossenen Täters - darunter auch eine Person, die noch minderjährig sein soll.

"Der Islamismus führt einen Krieg gegen uns: Wir müssen ihn mit Gewalt aus unserem Land vertreiben", reagierte Rechtsaußen-Politikerin Marine Le Pen auf Twitter. Bildungsminister Jean-Michel Blanquer schrieb im Netz von einem Angriff auf die Republik: "Unsere Einheit und Entschlossenheit sind die einzige Antwort auf die Ungeheuerlichkeit des islamistischen Terrorismus." Einen Lehrer anzugreifen, bedeute, alle französischen Bürger und die Freiheit anzugreifen, schrieb der Präsident der Nationalversammlung, Richard Ferrand, auf Twitter.

(ce/dpa)

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