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"Live"-Elemente beim Onlinegaming werden immer beliebter

18.8.2020 13:36 Uhr

Die Spielindustrie ist bei Games immer bestrebt, die Spielumgebung stets realistischer aussehen zu lassen. Wer einmal Spiele von vor 15 oder 20 Jahren mit den heutigen Grafiken vergleicht, der kann den Unterschied nicht verleugnen. Doch mittlerweile wird daran gearbeitet, die Echtheit der Spiele noch zu verstärken und Live-Elemente einzubauen. Spiel und Realität sollen miteinander verschmelzen und das Spielerlebnis auf ein noch höheres Level hieven. Aber wie sehen diese Ideen eigentlich aus und was bedeutet "live" beim Gaming? Dieser Artikel schaut sich das einmal an.

VR sorgt dafür, dass die Atmosphäre dem Spieler noch viel näherkommt. Bildquelle: Minh Pham / Unsplash.com

VR: Spiele live erleben

Die Virtual Reality ist ein idealer Weg, um ein Spiel aus einer echten Ich-Perspektive zu erleben. Das Spiel wirkt live, der Spieler fühlt sich mittendrin. Das liegt an mehreren Komponenten:

  • Visuelles Erlebnis – da der Spieler das Spiel über die Brille sieht, werden alle Nebenschauplätze ausgeblendet. Der Gamer hat nur noch das Spiel vor Augen und kann sich somit natürlich wesentlich besser in das Geschehen einfühlen.

  • Perspektive – etliche Onlinegames sind ohnehin aus der Ich-Perspektive spielbar. Gepaart mit einer VR-Brille schlüpft der Spieler jedoch nicht mehr bloß mit Abstand in seine Spielfigur, er wird praktisch zu der virtuellen Figur. Wohin er schaut, guckt auch die Figur. Hebt er die Hand, hebt sich die Hand der Figur.

Es kommen immer weitere VR-Spiele auf den Markt, die sich sogar nicht rein an Actionspielen orientieren, sondern mittlerweile den Sport mit einbauen. Mit einer VR-Brille auf der Nase kann nun daheim das Laufband erklommen werden, wobei der "Lauf" nun am Ort der Wahl stattfindet. Auch Bodyweight-Übungen oder Kampfsportübungen werden mit der VR-Technik untermalt. So können beim Kickboxen schon mal virtuelle Zombies bekämpft werden.

Viele VR-Brillen werden aber gar nicht mehr ausschließlich auf das Gaming ausgelegt, sondern sie bieten den direkten Zugang zu Streamingdiensten. Über die Brille kann also auch eine Serie oder ein Film geschaut werden, welcher womöglich wesentlich realistischer wirkt, sollte beim Angriff des Horrorclowns die Katze unbemerkt auf den Schoß springen.

Live-Casinos: Mit echten Personen spielen

Auch in Online-Casinos ist das Live-Thema brisant und beliebt. So gibt es nur noch wenige Anbieter, die kein Live Casino in ihrem Angebot haben. Dieser Bereich unterscheidet sich von dem üblichen Online-Casino durch bestimmte Elemente:

  • Webcams – sie sind das Herzstück des Live-Casinos, denn die Kameras befinden sich in echten Spielsälen auf der ganzen Welt. So könen Gambler in einem Saal in Las Vegas spielen, aber auch in einem Casino in Monte Carlo.

  • Spiele – die Live-Bereiche konzentrieren sich auf das klassische Spiel an Tischen. Roulette, Poker und Black Jack, meist alle in verschiedenen Varianten, herrschen vor. Einige Casinos bieten aber auch Spielautomaten.

  • Besonderheit – abseits der Tatsache, dass die Kameras Spieltische in echten Casinos aufnehmen, interagiert der Gambler auch mit echten Menschen. Die Spiele werden nämlich vor Ort von echten Personen bedient. Teilweise können Spieler auch untereinander kommunizieren.

Längst probieren Online-Casinos aus, wie sie die VR-Technik mit einbinden können. Geschieht dies, wären realistische Casinobesuche von der heimischen Couch aus möglich. So wäre denkbar, dass sich ein Gambler via VR durch ein reales Casino bewegt, an die Bar setzt, mit anderen Besuchern spricht und natürlich auf diese Weise an den Tischen und Automaten spielt.

VR würde die Schwelle überschreiten, die das Online-Casino aktuell noch vor sich hat: die atmosphärische Hürde. Am Bildschirm wirkt das Spiel zweidimensional, egal, wie gut die Grafik ist. Mit einer VR-Brille auf dem Kopf wäre das Problem gelöst und der Spieler könnte tatsächlich live in Person ein Casino betreten.

MMORPG – eine frühe Form des Live-Gaming

Massive Multiplayer Online Role Play Game – diese Begrifflichkeit verbirgt sich hinter dem Kürzel und sie bedeutet nichts anders als ein online geführtes Rollenspiel, auf das viele Personen zugleich zugreifen. Eines der bekanntesten Spiele, welches praktisch die Zeiten überdauert, ist World of Warcraft. Seit 2005 ist es in Europa verfügbar und begeistert bis heute unzählige Spieler. Aber was sind die Besonderheiten dieser Games?

  • Live – sie finden live statt, denn der Spieler interagiert automatisch mit anderen Spielern indem er seinen Spielcharakter kreiert und in die Welt entlässt.

  • Verläufe – durch die Interaktion mit anderen Spielern ist der Verlauf nicht deutlich vorgegeben. Jede Aktion kann zu einem anderen Weg führen.

  • Gruppen – zugleich können sich Gruppen bilden, die natürlich während des Spiels miteinander kommunizieren und planen, welche Züge sie als nächstes ausprobieren.

Diese Spielform ist bis heute beliebt, wenngleich sie natürlich immer weiterentwickelt wurde. Oftmals verbirgt sich die Spielform sogar hinter Games, bei denen es zuerst gar nicht so wirkt:

  • Aufbauspiele – die durchaus beliebten Farmspiele sind ein gutes Beispiel. Die Farm kann allein bestellt und gepflegt werden, doch müssen bei den meisten Games Nachbarfarmen besucht werden oder es wird Handel getrieben. Dafür sind wiederum andere Spieler notwendig, die ihrerseits in das Rollenspiel einsteigen.

  • Online-Pen&Paper – Anfang der 2000er-Jahre ließen sich diese Spiele in Onlineforen finden, mittlerweile sind sie in Gruppenchats oder auf andere Plattformen abgewandert. Diese Spiele waren und sind das schriftliche Paradebeispiel für ein MMORPG. Online gespielt, waren sie stets live, denn während des Spiels mussten die neuen Beiträge geschrieben und natürlich gelesen werden. Absprachen fanden (und finden) in gesonderten Chats oder damals in Privatnachrichten statt.

Gerade im Onlinebereich bei Browserspielen ist das MMORPG sehr häufig anzutreffen. Doch auch für Konsolen und Computer sind sie keine Seltenheit. Die Voraussetzung ist nur stets, dass eine aktive Internetverbindung vorhanden ist, denn nur über sie kann live in das Geschehen eingegriffen werden.

Gaming wird immer realistischer - Live-Elemente nehmen zu. Bildquelle: Sean Do / Unsplash.com

Fazit - das Live-Empfinden schafft Atmosphäre

Umso dichter ein Spieler am Geschehen dran ist, umso besser er die Außenwelt ausblenden kann, desto realistischer wirkt das Spiel. Spannung, Aufregung, Action und die Echtheit werden mittels VR und Live-Elementen angehoben. Zudem hilft auch die Kommunikation innerhalb des Spiels, vollends in die Welt einzusteigen. Kein Wunder also, dass Spieleentwickler rasant daran arbeiten, VR und weitere Möglichkeiten einzubauen. Spieler kann dies nur gelegen kommen. Und wer weiß, vielleicht tritt ein Spieler irgendwann in ein Spiel ein, so wie es die Serie "Black Mirror" zeigt?

(Hürriyet.de)

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