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Klubs in der Türkei wehren sich gegen Restart der Süper Lig

8.5.2020 14:35 Uhr, von Björn Lücker

Am 12. Juni soll die Coronavirus-Zwangspause in der Süper Lig ein Ende haben und der Ball in Form von "Geisterspielen" ohne Zuschauer wieder rollen. So hat es zumindest der türkische Fußballverband (TFF) festgelegt. Doch einige Klubs in der Türkei halten die Fortsetzung des Liga-Betriebs an dem Datum für verfrüht und unverantwortlich den Spielern gegenüber. Es gibt aber auch Zustimmung.

Zwar hat der TFF angeordnet, dass die Klubs alle Spieler bis zum 12. Juni testen lassen müssen und so die Gesundheit formell geschützt sei. Konyaspor erklärte aber, dass die Angst vor einer Infektion bei den Kickern immer mitschwingen würde. "Unser Trainer Bülent Korkmaz ist der Ansicht, dass es schwer sein wird, die Spieler unter diesen Umständen zu motivieren und körperlich auf die Spiele vorzubereiten", sagte ein Sprecher.

Erst vor kurzem war ein Spieler beim Hauptstadtklub Ankaragücü positiv auf das Coronavirus getestet und zur Behandlung in ein Krankenhaus eingewiesen worden. Zudem wurde am Donnerstag bekannt, dass auch ein Mitarbeiter von Fenerbahce Istanbul an Covid-19 leidet. Das Vorbereitungstraining wurde daraufhin abgebrochen, alle Spieler mussten zum Corona-Test.

Trabzonspor: "Wir werden uns fügen"

Unterstützung bekam Kormaz von Sivasspor-Trainer Riza Calimbay. Der Termin sei "völlig falsch" und für eine sinnvolle Vorbereitung bliebe zu wenig Zeit. "Klar wollen wir spielen, aber je später, desto besser. Die Liga wurde unterbrochen, als es nur wenige Fälle gab. Jetzt sind es aber Zehntausende und dann sollen wir wieder spielen. Das ist nicht zu verstehen." Ähnliche Bedenken äußerte Besiktas-Vizepräsident Adnan Dalgakiran. "Es ist tatsächlich schwierig zu spielen, wenn es täglich 1500 bis 2000 neue Fälle gibt."

Tabellenführer Trabzonspor hat dagegen keine Probleme mit der Wiederaufnahme des Ligabetriebs in knapp fünf Wochen. "Es ist jetzt so festgelegt und wir werden uns fügen", sagte Ahmet Agaoglu. Der Präsident der Schwarzmeer-Klubs betonte, dass die endgültige Entscheidung sowieso von der Regierung und nicht vom TFF gefällt werden würde. "Nur die Regierung hat genaue Zahlen und den Überblick über die Coronavirus-Pandemie. Sie hat vor einigen Wochen die Zwangspause in der Liga entschieden und wird auch ein Veto einlegen, wenn am 12. Juni nicht gespielt werden kann."

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