Hürriyet

​Istanbul: Ministerium legt neue Vorschriften für E-Scooter fest

14.9.2020 11:14 Uhr

Das türkische Verkehrs- und Infrastrukturministerium hat neue Vorschriften für den Einsatz von elektrischen Rollern im Verkehr erlassen, die ab Anfang 2021 in Kraft treten sollen.

Gemäß den Vorschriften soll die Höchstgeschwindigkeit für die E-Roller auf den Straßen der Türkei 18 Stundenkilometer betragen. Personen über 18 Jahren können ohne eine Erlaubnis die elektrischen Scooter fahren, Personen zwischen 16 und 18 Jahren werden dagegen aufgefordert, einen Motorradführerschein zu haben. Jugendliche unter 16 Jahren dürfen gemäß den neuen Bestimmungen überhaupt nicht fahren.

Eine Begleitung auf dem Roller - Sozia oder Sozius - ist laut den Vorschriften des Ministeriums nicht gestattet. E-Roller sind zudem nicht auf Fußgängerwegen und Gehwegen gestattet. In der Türkei sollen spezielle „Rollerparks“ errichtet werden, da die Fahrer ihre E-Roller nicht mehr auf Gehwegen abstellen dürfen. Die E-Scooters werden auch auf den Autobahnen verboten sein, auf denen die Geschwindigkeitsbegrenzungen nach unten höher als 50 Kilometer sind, so die Behörden.

Roller-Mietsystem "Cuf Cuf"

"Unser Hauptziel ist es, global wettbewerbsfähige intelligente Transportsysteme zu etablieren. Dazu müssen wir im Land zuerst die Verpflichtungen für das E-Rollerfahren festlegen. Auf diese Weise kann man nachhaltige und umweltschonende Erkenntnisse gewinnen“, sagte der Minister für Verkehr und Infrastruktur, Adil Karaosmanoglu.

Die türkischen Staatsbahnen (TCDD) werden ein Roller-Mietsystem namens „Cuf Cuf“ formieren, in dem E-Roller an den Bahnhöfen zur Miete angeboten werden, fügte der Minister.

Nachfrage nach E-Rollern steigt mit der Coronavirus-Pandemie

"Über drei Millionen Einwohner fahren in der Türkei E-Roller, derzeit sind 35.000 Scooter aktiv. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie hat die Nachfrage nach alternativen Transportmitteln und deren Präsenz im Verkehr rapide zugenommen“, so die weiteren Angaben von Karaosmanoglu.

Die Debatte über das E-Rollerfahren in der Türkei begann nach der Rollermietanwendung "Marti", die 2019 populär wurde.

Neue Reglungen auch für Scooter-Vermieter

Auch für die "Scooter-Vermieter“ werden neue Regeln eingeführt, sagte der Minister. Gemäß den Vorschriften muss ein Unternehmen über 2000 Roller und ein Kapital von 500.000 türkischen Lira (56.150 Euro) verfügen. Ein Unternehmen mit einheimischer Software und Produkten wird für die Hälfte dieser Kriterien verantwortlich sein.

In 13 von den 81 Provinzen des Landes, darunter Istanbul, Izmir und Ankara, wurden Menschen beobachtet, die täglich E-Scooter benutzen. Im Jahr 2019 belief sich der weltweite Rollersektor auf 15,7 Milliarden Euro und es wird geschätzt, dass er bis 2030 über 253 Milliarden Euro erreichen wird.

(gi)

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