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​Göztepe niedergerungen – Galatasaray hat das Siegen nicht verlernt

18.7.2020 23:42 Uhr

Alle Zeichen standen für Galatasaray Istanbul auf Sturm. Gegen Göztepe Izmir musste ein Sieg her, um die Chancen auf den vierten Tabellenplatz in der Süper Lig zu wahren. Sollte nämlich Trabzonspor mit seinem Einspruch gegen die internationale Sperre bei der CAS erfolgreich sein, hilft der fünfte Platz nicht weiter. Und gegen Göztepe Izmir gab es dann tatsächlich den 3:1-Heimsieg – aus der Kategorie Arbeitssieg. Nun wird man gespannt zum Dolmabahce Palast schauen und sehen, wie am Sonntagabend um 20.00 Uhr MESZ Besiktas Istanbul im Derby gegen Fenerbahce Istanbul abschneidet. Verlieren die Schwarzen Adler, sind die Löwen bis auf einen Punkt am Ortsrivalen dran. Zeitgleich fand in Antep noch das Spiel zwischen Aufsteiger Gazisehir Gaziantep und Kasimpasa, dem Team der Stunde statt. Dabei gab es eine Punkteteilung mit dem 2:2. Das wird beiden Teams gleich sein, denn sie sind sicher kommende Saison in der Süper Lig.

Vom Anpfiff an merkte man, wie viel an Druck auf den Schultern der Hausherren lastete. Zauber-Fußball war auf beiden Seiten Mangelware und es gab rustikale Hausmannskost. Die an Highlights extrem arme erste Hälfte hatte einen Lichtblick, als Adem Büyük einen Monster-Bock von Beto im Kasten von GözGöz nutzte und das vermeintliche 1:0 nach Torwartfehler markierte. Das hatten jedoch der VAR und Schiedsrichter Koray Gencerler anders auf dem Plan. Hier wollten sie ein Foul verortet haben, das am Keeper begangen wurde. Eine Entscheidung, welche die Unparteiischen sehr exklusiv haben dürften. Spätestens der zweite und dritte Kamerawinkel hätten gezeigt, da war nichts von einem Foulspiel. So blieb es beim 0:0 und so ging es in die Kabine.

Kurzweilige zweite Halbzeit in Istanbul

Doch wer dachte, das war es an eher kuriosen Entscheidungen, der wurde in der zweiten Hälfte überrascht. Kurz nach dem Wiederanpfiff gab es in der 47. Minute Elfmeter. Was war passiert? Atinc Nukan hatte gegen Sofiane Feghouli in der Box den Arm ausgefahren und der nahm das dankbar an. Kann man pfeifen, muss man aber sicher nicht. Adem Büyük trat an und Beto machte seinen Fehler wieder gut – gehalten. Das wars? Nein. Denn Beto erhielt Gelb, weil er sich zu früh bewegte. Neuer Anlauf. Diesmal mit dem Protagonisten Younes Belhanda. Und was machte der? Schepperte den Ball oben auf die Latte und drüber. Dabei hatte sich Beto übrigens exakt so früh bewegt wie beim wiederholten Elfer – nur diesmal ungeahndet. Doch es gab dann auch Tore. Echte Tore. In der 60. Minute packte Marcelo Saracchi einen aus der Distanz aus und weil Beto vorher strauchelte, saß der Schuss passgenau – 1:0. Nun drehte Göztepe auf. Und kam zum Ausgleich. Ja? Nein. Stefano Napoleoni traf zwar, aber da kam der VAR wieder ins Spiel und Referee Koray Gencerler schaute TV. Weggepfiffen. Warum? Halil Akbunar zog ab und in der ausgehenden Schussbewegung kam ihm ein Bein in die Quere. Das traf er an der Wade und das wurde als Foul gewertet. Eine merkwürdige Entscheidung, denn das Bein war klar sichtbar in der Schussbewegung. Aber vielleicht war es ausgleichende Gerechtigkeit für das weggepfiffene Tor von Galatasaray in der ersten Hälfte.

Tor des Tages durch Yunus

Doch Stefano Napoleoni ließ sich nicht beirren und legte in der 77. Minute einen Treffer nach und der zählte dann auch tatsächlich – 1:1. Darüber konnten sich die Gäste aus Izmir aber nur bedingt freuen. In der 81. Minute gab es Freistoß aus aussichtsreicher Position an der Strafraumgrenze und Emre Akbaba hielt herzhaft drauf – keine Chance für Beto und 2:1. Sechs Minuten gab es am Ende oben drauf und dann sah man den Treffer des Spiels. Tempogegenzug der Hausherren durch Jean Michael Seri. Der spielte blitzgescheit Taylan Antalyali an, der nicht im Abseits war. Ganz uneigennützig steckte er nochmals durch zu Yunus Akgün und der verwandelte in der siebten Minute der Nachspielzeit eiskalt und unhaltbar für Beto – 3:1. Galatasaray hat damit alles getan, was in der Macht der Löwen stand und nun muss man darauf hoffen, dass die Kanarienvögel morgen die Adler vom Himmel holen – eine zugegeben schräge Konstellation, weiß man um die Rivalität am Bosporus.Nach dem Match verkündete noch Selcuk Inan bei beIN Sports, dass er nach der Saison - sein Vertrag bei Galatasaray läuft aus und wird nicht verlängert - mit 35 Jahren seine aktive Karriere beenden wird. Der Mittelfeldmann aus Iskenderun spielt seit mittlerweile neun Jahren bei den Löwen und kam 2011 von der Schwarzmeerküste, wo er bei Trabzonspor spielte, an den Bosporus.

Spiel für die Statistik in Antep

In Antep sah Kasimpasa über weite Strecken aus wie der sichere Sieger, doch dann bekrabbelte sich der Aufsteiger Gazisehir Gaziantep wieder, um doch noch den einen Punkt zu sichern. In der 6. Minute startete das Torschießen mit einem Treffer für die Hausherren durch Muhammet Demir – 1:0. Doch Kasimpasa kam schnell wieder und egalisierte in der 13. Minute sehenswert durch Mame Thiam – 1:1.


Und eben der Thiam war es, der in der 37. Minute auch die Führung für die Gäste aus Istanbul besorgte – 1:2. Doch in der 78. Minute stellte Alexandru Maxim auf 2:2 und damit den Endstand ein. Ein Ergebnis, welches beiden Teams gleich sein konnte. Nach oben geht nicht mehr viel und nach unten war man vorher bereits sicher. Ein Spiel für die Statistik, mehr nicht.

(ce)

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