dha

"Gespräche auf Augenhöhe"

25.10.2019 19:58 Uhr

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hat vor dem Türkeibesuch seines deutschen Kollegen Heiko Maas (SPD) am Samstag Gespräche «auf Augenhöhe» angekündigt.

«Mit Vergnügen wollen wir ihn in der Türkei empfangen, unsere Tür steht jedem offen. Aber er soll wissen, dass wir uns auf Augenhöhe begegnen werden - keiner wird über oder unter dem anderen stehen», sagte Cavusoglu während eines Besuchs in Aserbaidschan am Freitag.

Maas hatte am Donnerstag im Bundestag angekündigt, dass er gut zwei Wochen nach dem türkischen Einmarsch in Nordsyrien nach Ankara reisen werde. Dort wolle er auf eine dauerhafte Waffenruhe in Nordsyrien dringen. Die Türkei hatte am 9. Oktober eine international massiv kritisierte Militäroffensive gegen die Kurdenmiliz YPG begonnen. Die Türkei betrachtet die YPG als Terrororganisation. In den vergangenen Tagen hatte sie mit den USA und Russland zwei Waffenruheabkommen zum Abzug der YPG aus Grenzgebieten ausgehandelt.

Deutsche Ermahnungen nicht willkommen

Cavusoglu machte am Freitag erneut deutlich, dass deutsche Ermahnungen zur türkischen Offensive nicht willkommen seien. Maas habe die Türkei für die Offensive verurteilt. In einem Telefonat habe er seinem deutschen Amtskollegen deutlich gemacht, «dass in Wahrheit» die Türkei Deutschland verurteile. «Denn ein Nato-Verbündeter darf sich nicht für die Seite der Terroristen entscheiden, sondern sollte sich für die Seite der Türkei entscheiden.»

Cavusoglu deutete an, dass Maas den Besuch auch plane, um innenpolitisch zu punkten. Umfragen zeigten, dass «sie» (die SPD) in Umfragen zurückgefallen sei. «Wir wollen uns nicht in Deutschlands innenpolitische Angelegenheiten einmischen, aber wenn sie versuchen, innenpolitische Probleme zu beheben, indem sie die Türkei angreifen oder kritisieren, können wir das nicht akzeptieren», sagte Cavusoglu.

Es ist bereits die zweite deutliche Botschaft an die Adresse des deutschen Außenministers. Am Donnerstagabend hatte Cavusoglu auf einen Maas-Tweet zu seiner Reise öffentlich geantwortet, dass Maas mit «erhobenem Zeigefinger» in der Türkei nicht willkommen sei. Wer die Türkei belehre, müsse mit einer entsprechenden Antwort rechnen.

(be/dpa)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.